Wie Adrie de Vries kann sich auch dessen Jockeykollege Eugen Frank derzeit nur auf Krücken bewegen. „Ich habe riesige Probleme mit meinem rechten Knie, das sich nicht durchdrücken lässt“, erklärt der am Stall von Markus Klug in Rath-Heumar beschäftige Reiter, der seit geraumer Zeit zur völligen Untätigkeit gezwungen ist, nachdem drei Operationen am Knie vorgenommen worden sind.
Im Dezember 2012 hatte er sich zum ersten Mal das Knie gebrochen. „Nach der OP war alles okay. Daraufhin bin ich wieder in den Rennsattel gestiegen und habe in den Monaten Februar und März in Dortmund zwei Rennen gewonnen. Die Misere begann nach meinem Skiunfall, als ich mir an derselben Stelle einen erneuten Bruch zuzog, verbunden mit einem Knochenausriss und einem Kreuzbandriss.
Der Knochenausriss wurde falsch behandelt mit der Folge, dass eine fünfstündige OP notwendig wurde, bis man mir das ausgerissene Knochenstück wieder an die ursprüngliche Stelle, die schon wieder zugewachsen war, einsetzen konnte. Mein vorrangiges Ziel ist es, erst einmal wieder gerade gehen und gleichzeitig das Gewicht auf das Knie übertragen zu können.“ Frank, der u. a. 2010 mit Abbashiva die in dem Jahr unter anderem Namen in Düsseldorf gelaufene Badener Meile (Gr. III) und ein Jahr später mit Lucas Cranach in Hamburg den Hansa-Preis (Gr.II) gewann, sieht seine Laufbahn als Jockey auf der Kippe, wie er es ausdrückt.
„Ich setze derzeit ein großes Fragezeichen hinter meine Karriere. Sowohl gesundheitlich als auch finanziell bin ich in den letzten Monaten arg gebeutelt worden. Sollte es nichts mehr mit dem Rennreiten werden, möchte ich schon mit den Pferden weiterarbeiten, denn Lkw- oder Taxifahrer ist nichts für mich.“
Während Eugen Frank um seine Karriere bangt, ist Sabrina Wandt voller Zuversicht, dass sie ihre Laufbahn noch in der laufenden Saison fortsetzen kann.
Zwei Tage nachdem sie am 19. Mai in Saarbrücken mit Pegasus Again noch den letzten ihrer vier Saisonsiege erzielt hatte, erwischte es sie in der Morgenarbeit auf der Weilerswister Anlage von Christian von der Recke ganz böse, als sie sich einen Schambeinbruch vorne rechts und eine Beckenringfraktur hinten links zuzog, die einen längeren Krankenhausaufenthalt in Euskirchen und später in Duisburg nach sich zogen.
Seit Freitag der vergangenen Woche weilt Sabrina Wandt wieder in ihrer Wohnung in Weilerswist, nachdem sie sich einige Zeit bei ihren Eltern in Niedersachsen aufgehalten und erholt hatte. Die von den Ärzten verordneten Krücken hat sie inzwischen in die Ecke gestellt und versucht sich mit Spazierengehen halbwegs fit zu halten. „Mehr geht zurzeit noch nicht. Die Ärzte sind mit meinem Gesundheitszustand zufrieden, denn den Schambeinbruch sieht man nicht mehr, während sich am Beckenring eine Knochennarbe gebildet hat, die aber kein Problem darstellt.
In den nächsten Tagen steht noch einmal eine vierwöchige Reha an, ehe danach wieder an das Reiten zu denken ist. Dann will ich wieder beim Trainer, der immer Kontakt gehalten und regelmäßig mit mir telefoniert hat, ins Geschehen eingreifen.“









