Normalerweise bereitet der Ex-Duisburger Wido Neuroth seine Pferde in Norwegen vor. Doch in diesem Winter beorderte der skandinavische Dauer-Champion einige seiner Schützlinge in den Krefelder Stadtwald. Die etwas moderateren Temperaturen in Deutschland sollten seinen Assen zu einer besseren Saisonvorbereitung verhelfen.
Und an diesem Sonntag schickte Neuroth zwei Kandidaten in die yoobet.de-Grand Prix Premiere, ein mit 50.000 Euro dotiertes Gruppe III-Rennen über 2200 Meter nach Köln. ‚Für beide ist es ein Vorbereitungsrennen auf ein hochdotiertes Rennen am 17. Mai in Oslo‘, hatte der Coach vorher gesagt.
Doch am späten Nachmittag durfte er so richtig jubeln. Nach langer Durststrecke hatte nicht nur wieder ein ‚Nordlicht‘ in einem deutschen Top-Event aufgetrumpft. Der Coach stellte sogar die beiden Erstplatzierten!
Denn Appel Au Maitre (Foto), der im Vorjahr als Dritter im Deutschland-Preis in Düsseldorf sehr zu gefallen wusste und ein in vielen internationalen Schlachten erprobter sechsjähriger Starborough-Sohn ist, und Touch of Hawk (Lennart Hammer-Hansen saß im Sattel, der mit dem Zug angereist war) bestimmten am Ende die Szenerie komplett.
Dicht geschlossen präsentierte sich das Feld unterwegs. Appel Au Maitre, den der 23-jährige Trainersohn Jan-Erik Neuroth steuerte, sah man gemeinsam mit Il Divo sofort an der Spitze des kleinen Siebenerfeldes im sonnigen Weidenpescher Park. Touch of Hawk lauerte stets an der Innenseite vor Panyu, Eminem und dem 34:10-Favoriten Steuben. Zwei Längen betrug die Lücke zum Schlusslicht Schiller Danon. (Video ansehen)
Im Einlauf schob sich alles noch dichter zusammen, nachdem Panyu einen kurzen Moment nicht ausbauen konnte, bestimmten nur die Gäste aus Skandinavien das Bild. Appel Au Maitre bekam Druck von Touch of Hawk, doch mit riesigem Kampfgeist verteidigte die 52:10-Chance in den Farben des Stalles Perlen (kassierte nun 32.000 Euro, die zur Gewinnsumme von 782.358 Euro hinzukommen) einen sicheren Vorteil gegen Touch of Hawk, der sicher die Zukunft noch vor sich hat.
Steuben arbeitete sich unter Stephen Hellyn, der Adrie de Vries (konnte wegen des Flug-Chaos nicht anreisen) vertrat, außen noch auf Rang drei vor, doch mehr war nie möglich.
Il Divo verkaufte sich aus dem Vordertreffen als Vierter gut, während Panyu und der auf zu trockenem Boden nicht weiter auffallende Eminem nur vor Schiller Danon blieben, der immer Letzter war.
‚Appel Au Maitre ist mein absolutes Lieblingspferd. Für mich ist mit dem ersten Gruppesieg ein Traum wahr geworden‘, erklärte Siegreiter Jan-Erik Neuroth. ‚Vergangene Woche hatte ich in Frankfurt meinen ersten Grupperitt. Es war nicht unbedingt die Order vorne zu gehen, aber wir konnten uns alles gut einteilen.‘
Und Trainer Wido Neuroth ergänzte: ‚Der Gerling-Preis wäre eine Option, aber wir steuern das Rennen am 17. Mai in Oslo an, das Appel Au Maitre 2009 schon gewonnen hat.‘
Sehr zufrieden war man auch im Lager von Steuben. ‚Es war erst sein vierter Start im Leben, wir waren nur von reellen Gruppe-Pferden geschlagen‘, erläuterte Trainer Jens Hirschberger.










