„Das ist Galopprennsport“ verstand Rennbahnkommentar Manfred Chapman die Welt nicht mehr. In einer atemberaubenden Tempojagd hatten die Riesenaußenseiter Evinado (159:10) vor dem belgischen Gast Schnipp Schnapp für die größte Sensation der letzten Jahre gesorgt.
In der mit 20.000 Euro dotierte Listenprüfung über 3000 Meter am Samstag in Köln, dem Sal. Oppenheim-Steher Preis, lag Pavel Vovcenkos Evinado, im Besitz von Marlene Haller, immer im Fahrwasser von Schnipp Schnapp, der ein höllisches Tempo ging, zeitweise hatten beide Pferde über 100 Meter Vorsprung.
Während die anderen Jockeys die Sache noch auf die leichte Schulter nahmen, war der Zug auf der Zielgeraden längst abgefahren. 12 – 10 – 1 ¼ Längen lautete der Richterspruch.
Marlene Hallers Evinado unter Marc Timpelan (Foto) hatte keinerlei Mühe zuzulegen, siegte überlegen vor Schnipp-Schnapp. Dritter wurde Werner Baltromeis Soterio. Die GAGs der drei Erstplatzierten in der Reihenfolge: 73,5 – 57,5 – 89,0 kg.
Eigentlich waren sich die Experten im Vorfeld einig, die heißeste Sieganwärterin sollte mit der Briefmarke die dreijährige, aus Newmarket angereiste Souvenance sein. Am Morgen dann die Hiobsbotschaft für den Kölner Rennverein: Die Prescott-Stute war bereits angereist, musste aber auf Grund eines Infekts am Morgen abgemeldet werden, ebenso wie die Röttgenerin Wellola.
„Souvenance hat kaum gefressen, bekam dazu Fieber“, sagte eine enttäuschte Futtermeisterin. Letztendlich gingen nur sieben Kandidaten auf die Reise in einer recht offenen Angelegenheit, doch mit einer solchen Sensation hatte niemand gerechnet.
7000 Zuschauer erlebten einen gelungenen Auftakt am Vortag des Preises von Europa. Unter der Schirmherrschaft von OB Fritz Schramma war der 5. Benefizrenntag zu Gunsten des Kinderschutzbundes Köln ein voller Erfolg.
Bessere Zweijährige sollten die Besucher bereits mit den drei Erstplatzierten der einleitenden Prüfung gesehen haben. Hier konnte der Lando-Sohn Prinz (24:10) unter Eddy Pedroza seiner Favoritenrolle vollauf gerecht werden.
Der Paolini-Bruder marschierte in der Zielgeraden, wenn auch noch sehr grün laufend, groß auf, hielt dabei die konditionell bevorteilte Blume-Stute Tanit (hat noch eine Nennung in der Winterkönigin) sicher mit einer Dreiviertellänge in Schach.
Dritter wurde mit einem Hals Abstand der Schlenderhaner Allanit, sechs Längen zurück folgte der aufgelöste Rest. Trainer Andreas Wöhler gegenüber GaloppOnline.de: „Das war´s für dieses Jahr. Prinz wird erst in der nächsten Saison wieder am Ablauf erscheinen. Er hat alles richtig gemacht, Kompliment auch an Eddy“.
Im Fegentri-Rennen, einer mit 7.500 Euro dotierten Meilenprüfung, landete die 27-jährige Rechtsanwaltsgehilfin Kirsten Neumann einen wahren Husarenritt auf Indian Shuffle. Auf dem für den Stall Frieden angetretene Fünfjährigen, der mittlerweile von Rudi Storp in Beelen, Westfalen, vorbereitet wird, legte sie ein Wahnsinnstempo vor, zeitweise mit zehn Längen Vorsprung. Am Ende sprang ein 3 ½ Längen-Erfolg vor den favoristierten Mutraf und Arondo heraus.
Das Prominenten-Islandpferde-Rennen für Kölner Kinder gewann der in den vergangenen beiden Jahren jeweils auf dem Ehrenplatz endende Fuchswallach Neisti unter Schauspielerin Wolke Hegenbarth vor Bryann (Christiane Klimt) und Hugginn mit Sesamstraßen-Moderator Nils Julius. In neun Rennen wurden insgesamt 244.643 Euro umgesetzt.
In Leipzig-Scheibenholz siegte in einem Ausgleich III locker und leicht der Lokalmatador Secret Affair unter Julia Nickol für Trainer Frank Breuß vor der Rölke-Stute Garden Route und Auenmacht aus dem Quartier von Hubertus Fanelsa. In dem anderen Ausgleich III setzte sich der Hoppegartener Gast Statini mit Alexander Pietsch gegen Omando und Gaius durch.











