In Frankfurt überschlagen sich hinsichtlich der Zukunft der Rennbahn die Ereignisse. Am Mittwochabend ist Manfred Hellwig vom Kaufvertrag zwischen ihm und der Stadt Frankfurt hinsichtlich der restlichen Anteile der Hippodrom GmbH zurückgetreten.
Hellwig gab auf einer Podiumsdiskussion der Frankfurter Rundschau eine Aufsehen erregende Stellungnahme ab. Der Rücktritt Hellwigs vom Kaufvertrag bedeutet, dass die Situation hinsichtlich des Rennbahngeländes nun offenbar wieder völlig offen ist, die Stadt Frankfurt wohl nicht in dem geplanten Maße über das Areal der Rennbahn Frankfurt verfügen kann.
Nachfolgend die Rede Manfred Hellwigs in Auszügen aus dem Rede-Manuskript:
Sehr geehrte Damen und Herren,
mein Name ist Manfred Hellwig. Ich bin heute hier erschienen, um vor dem Hintergrund der heutigen Presseberichte ein paar Dinge klarzustellen. Ich war seit der Insolvenz des früheren Renn-Klubs 2009 stets um den Erhalt und Fortbestand der Galopprennbahn bemüht. Dies zunächst als aktives Mitglied, später als Gesellschafter der Frankfurter Hippodrom GmbH und gleichzeitig als Präsident des heutigen Frankfurter Renn-Klubs. Das Amt des Präsidenten habe ich im August vergangenen Jahres an meinem Nachfolger Manfred Louven in gute Hände übergeben.
Ich habe mich seitdem nicht mehr öffentlich zu den Vorgängen auf der Galopprennbahn geäußert und habe darüber hinaus schwerwiegende Anschuldigungen von offiziellen Vertretern der Stadt Frankfurt stillschweigend zur Kenntnis genommen. Hiermit ist heute Schluss.
Besonders gravierend und ehrverletzend sind die Anschuldigungen des Sport-, Wirtschafts- und Ordnungsdezernenten Herrn Markus Frank sowie des Fraktionsvorsitzenden der CDU, Herrn Löwenstein. Sie gipfeln darin, dass der Eindruck erweckt wurde, ich hätte als Geschäftsführer der Hippodrom GmbH und Präsident des Frankfurter Renn-Klubs Verpflichtungen aus Verträgen mit der Stadt nicht erfüllt, „oberwindige Begründungen“ gefunden um Miete und Nebenkosten nicht zu leisten. Dies entspricht ausdrücklich und nachweislich nicht der Wahrheit.
…
Mein Anliegen war es vom ersten Tag an den Renn- und Galoppsport in Frankfurt autark zu machen und dafür Sorge zu tragen, dass keine öffentlichen Mittel mehr benötigt werden um den Betrieb in die Zukunft zu führen. Dies ist mir aus heutiger Sicht auch mehr als gelungen. Hierfür habe ich persönlich gegenüber der Insolvenzverwalterin Frau Hövel eine Kosteneinstandserklärung sowie gegenüber den Vertretern der Stadt eine Garantie zur Veranstaltung von den von ihr gewünschten mindestens 5 Renntagen abgegeben. Wie der Abschlussbericht der Insolvenzverwalterin Frau Hövel zeigt, konnten insbesondere durch meine Mithilfe und Bereitstellung von Finanzmitteln, Einnahmen in Höhe von € 1,16 Mio. gesichert werden, die zu 90 % an die Stadt als Hauptgläubigerin ausgeschüttet wurden. Dabei wurden ausdrücklich nicht die Einnahmen durch die Bestellung des Erbpachtrechtes, was zur damaligen Zeit dem Renn-Klub gehörte, mit angerechnet. Hieraus sind der Stadt weitere € 7 Mio. zugeflossen. An dieser Stelle möchte ich nicht versäumen, denjenigen danke zu sagen, die mich jahrelang bei dem Neuaufbau unterstützt und begleitet haben.
Ihnen Herr Frank will ich folgendes sagen: Sie haben es versäumt drei sich hervorragend ergänzende Sportarten Fußball, Galopp- und Golfsport miteinander zu vereinen. Anstelle alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen und in welcher Form auch immer eine gemeinschaftliche Lösung der Koexistenz zu suchen haben sie mit Falschaussagen, Polemik und Intrigen alle Sportler gegeneinander aufgebracht.
……
Der zwischen der Stadt Frankfurt und mir vereinbarte Kaufvertrag über die restlichen Anteile an der Hippodrom GmbH beinhaltet gleichzeitig ein Rücktrittrecht zu meinen Gunsten.
Unter § 5 letzter Absatz heißt es: Herr Manfred Hellwig ist berechtigt von diesem Vertrag zurückzutreten, wenn die Stadt nicht bis zum 31. Dezember 2014 die verbindliche Erklärung gegenüber dem Frankfurter Renn-Klub e.V. abgibt, die Frühjahrs- und Herbstpreise der Stadt Frankfurt in dem selben Umfang wie in den Jahren zuvor, für die Rennsaisons 2013 und 2014, finanziell zu unterstützen. Diese Verpflichtung haben Sie weder fristgerecht erklärt noch eine in entsprechender Höhe von € 52.500,- gerichtete Zahlung dem Frankfurter Renn-Klub zur Verfügung gestellt.
Von diesem Rücktrittsrecht mache ich hiermit Gebrauch.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.













