Ein halbes Dutzend Pferde nehmen am Sonntag Kurs auf den Wettkontor München – Grosser Preis von Bayern. Ein Dreijährigen-Trio fordert die ältere Garde, von der Earl of Tinsdal im Status eines zweifachen Gruppe-I-Siegers (Rheinland-Pokal und Gran Premio di Milano) steht und auch Titelverteidiger dieses Rennens – vor zwölf Monaten siegte er in Köln überlegen gegen Saltas ist.
Der Wöhler-Schützling kommt mit einer aktuell tollen Form als Zweiter zu Baron Rothschilds Meandre im Grossen Preis von Berlin an den Start. Zuvor hatte er im Gran Premio di Milano unter William Buick nicht die geringsten Probleme gehabt.
In Hoppegarten hatte – wegen einer Sperre – Stalljockey Eduardo Pedroza zuschauen müssen, wurde von Andrasch Starke vertreten. Nun ist der Stalljockey von Andreas Wöhler wieder im Sattel des „Earl“ der auch nach rechnerischer Elle das zu schlagende Pferd sein dürfte. Zumal Stall Sunrace Stables Black Sam Bellamy-Sohn zur Not auch sein Rennen an der Spitze selbst machen kann. Was man im Grossen Preis von Berlin gesehen hat.
Gestüt Schlenderhans von Jens Hirschberger trainierter Atempo ist in dieser Saison ein neues Gesicht im Grand-Prix-Zirkel und auf Kurs zu einem Gruppe-I-Sieg. Dies bewies der Monsun-Sohn bei seinem Erfolg im Kölner Gerling-Preis, als er gestandenen Gruppe-Siegern wie Silvaner oder auch Earl of Tinsdal das Nachsehen gab.
Allerdings dürfte der „Earl“ Ende April noch nicht auf Hochtouren gewesen sein. Dann nahm man mit Atempo bereits Kurs auf Gruppe-I-Lorbeer, doch wurde das „Unternehmen Gran Premio di Milano“ abrupt gestoppt, als sich der Hengst auf der Fahrt nach Italien eine Panik-Kolik zuzog und auch anschließend kurz das Training aussetzen musste.
Im Grossen Hansa-Preis auf der Derbybahn meldete sich der Schlenderhaner zurück und lief hinter Ovambo Queen und Waldpark als Dritter ein sehr solides Rennen, zumal es nach den taktischen Geplänkeln zu wenig Tempo gegeben hatte. Atempo darf man in Riem einiges zutrauen.
Dass man Temida vierjährig noch in Training gelassen hatte, zahlt sich aus. Nach ihrer knappen Niederlage zum Saisondebüt in Iffezheim, war die von Miltcho Mintchev für Litex Commerce trainierte Stute in Hamburg auf Listenebene nahezu eine Klasse für sich. Nun wird ein weiterer und nicht unerheblicher Sprung verlangt. Im Sattel sitzt mit Filip Minarik der Reiter, der vor einer Woche den Henkel-Preis der Diana und somit eine Gruppe-I-Prüfung gewann. So etwas beflügelt bekanntlich.
Mit einem Trio ist der Derby-Jahrgang in dieser Gruppe-I-Prüfung vertreten, was dem Rennen einen ganz besonderen Reiz gibt. Über eine Nachnennung rutschten Feuerblitz und Caitania ins Feld. Die große Stunde des in Riem von Michael Figge für den Rennstall Eivissa trainierten Big Shuffle-Sohnes schlug Ende Mai in Rom, als er das Derby Italiano gewann und somit auf einen Schlag zum Großverdiener avancierte.
Caitania wird erstmals von Uwe Stoltefuß gesattelt, die Stute wechselte unmittelbar nach ihrem zweiten Platz zu Salomina im Hamburger Grossen Preis von Lotto das Quartier. Hauchdünn schrammte Stall Defizits Aussie Rules-Tochter in der Gruppe-III-Prüfung an einem vollen Erfolg vorbei. Mit dem leichtesten Gewicht im Feld dürfte die Stute ganz gewiss nicht ungefährlich sein.
Was auch auf Baltic Rock und somit den Derby-Vierten zutrifft. Der von John Hillis trainierte Rock of Gibraltar-Sohn, der die Farben des Münchner Vereinspräsidenten Dietrich von Boettichers Gestüt Ammerland an den Start bringt. Bereits nach seiner hervorragenden Leistung im Blauen Band gab man das nächste Ziel mit einem Auftritt im Grossen Preis von Bayern bekannt. Ausgeruht und aus der Pause kommend, könnte Baltic Rock so etwas wie das Zünglein an der Waage sein.
Im Rahmenprogramm steht das BBAG Auktionsrennen im Mittelpunkt. Elf Dreijährige greifen auf der Meile nach der 52.000 Euro-Börse. Im dritten Rennen wird in der Dreierwette ein Jackpot in Höhe von 4.919,75 Euro angeboten. Eine Ausschüttung von 10.000 Euro wird in der „Wettchance des Tages“, die im vierten Rennen entschieden wird – garantiert.












