Saldenblatt & Co im 150.000 Euro-Derby-Fight in Wien

Die österreichische Saison 2006 erlebt am Sonntag ihren Höhepunkt, wenn mit dem Superfund Austrian Derby das „Blaue Band“ entschieden wird. Seit 1868 wird die Prüfung gelaufen. Derbytag be­deutet gleichzeitig auch größter Zahltag für die Ställe, denn im Derby wird das höch­ste Preisgeld, nämlich 150.000 Euro, ausgeschüttet.

Da auch im Rah­men­programm die Dotierungen der Rennen Höhen erreichen, die in Öster­reich nicht die Norm sind, besitzt der Tag besondere Anziehungskraft auf die Ställe, auch für ausländische Quartiere, wie für solche aus den Nachbarstaa­ten.

Auch in Österreich steht das Derby für das traditionsreichste Sportereig­nis, das dann auch immer wieder Jockeys der Spitzenklasse im Einsatz sieht. In diesem Jahr sind es der Engländer Darryll Holland, der aus Hong Kong stammende Stanley Chin und der Italiener Ivan Rossi, die ne­ben den Deutschen Andrasch Starke und Christian Czachary zu den Jockeys zählen, die für den internationalen Flair sorgen.

Holland, der in diesem Jahr bei sei­nen diesjährigen Gastspielen auf unseren Bahnen seine Klasse mehrfach nach­hal­tig demonstrierte, wurde für sämtliche sechs Galopprennen – die gleiche Anzahl wurde den Trabern reserviert – ge­bucht.

Der Engländer ist bei seinem ersten Gastspiel auf der Magna Racino -Anlage sicherlich einer der Attraktio­nen, wie auch der Italiener Ivan Rossi, ei­ner der „Fleißigsten“ in seiner ita­lienischen Heimat, im Mittelpunkt des Inter­esses stehen dürfte, hat er doch im Vorjahr mit dem Favoriten Montalegre das Derby nach Italien entführt.

Neu­land dürfte Andrasch Starke mit Ebreichsdorf betreten, denn zu Zeiten, als er noch bei Andreas Schütz tätig war, standen Rei­sen zu derartigen Plätzen wie z. B. Ebreichsdorf nicht auf dem Programm.

Da war und ist Mario Hofer, sein neuer Arbeitgeber, doch ganz anders „ge­strickt“, denn er bringt seit Jahren stets Pferde im Derby an den Ablauf. Nun vertraut dieses Team auf Eckhard Saurens Saldenblatt (Foto), der im Mehl-Mülhens-Rennen etwas unter seinen Möglichkeiten geblieben sein dürfte, zuvor in beeindruckender Manier ein Maidenrennen in Köln gewonnen hatte.

Deutsche Interessen vertreten ferner die von Pavel Vovcenko trainierte und von Erfolgsjockey Christian Czachary gerittene Fair Breeze, die für den Stall Margarethe startet, sich bei den beiden diesjährigen Starts stets zu platzie­ren vermochte und als einzige Stute den Kampf gegen neun Hengste auf­nimmt, sowie Borbone Napoletano, der im München von Werner Glanz trai­niert wird und Stalljockey Karoly Kerekes im Sattel hat. Der Medi­cean-Sohn bestritt bislang drei Starts in Mailand und gestaltete dabei seinen Rennbahn­einstand gleich siegreich.

Für eine weitere deutsche Note sorgt der vom Gestüt Martinushof gezogene March Groom-Sohn Thunder Groom, der zuletzt ein Listenrennen in Wien gewann und zum erweiterten Favoritenkreis zählt.

Von Steigerung gegenüber dem fünften Platz beim ersten Saisonstart 2006 auf der San Siro-Bahn darf man gewiss ausgehen. Go Jo Black (Ivan Rossi) und der von Darryll Holland gerittene Ryan sind weitere Kandidaten, die man in dieser über 2200 Meter führenden Prü­fung weit vorne erwarten darf.

Die einheimischen Hoffungen sollten in erster Linie bei dem von Emmerich Schweigert trainierten Cuba Dandy (Jean-Pierre Lopez) liegen, der schon als Zweijähriger überdurchschnittliche Anlagen erkennen ließ.

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