Rohnes Ianina ist die neue Schnee-K?nigin in St. Moritz

Dichtes Schneetreiben herrschte am Sonntag in St. Moritz am Finaltag des Engadiner Meetings auf dem zugefrorenen See des Schweizer Nobelskiortes vor 11.500 Zuschauern. Doch eine Stute war bei diesen Bedingungen in ihrem Element, schaffte einen ihrer bedeutendsten Erfolge: die sechsjährige Stute Ianina aus dem Düsseldorfer Stall von Ralf Rohne.

Mit riesigem Kampfgeist setzte die Eagle Eyed-Tochter im Gübelin – 67. Großer Preis von St. Moritz (111.111 Franken, Listenrennen, 2000 m) die Siegesserie der deutschen Pferde im höchstdotierten Rennen der Schweiz nahtlos fort.

Gemeinsam mit dem Piloten Collow (Markus Kolb/Miroslav Weiss) hatte sich das Leichtgewicht (70:10 am Toto) im 13-er-Feld unter dem Italiener Daniele Porcu schon früh von der restlichen Konkurrenz abgesetzt.

Auf der Zielgeraden entwickelte sich ein faszinierendes Duell zwischen Collow, einem früheren Ittlinger, an der Innenseite und der außen permanent attackierenden Ianina. Nach einem Kampf auf Biegen und Brechen sprach schließlich das Zielfoto für die Stute, die einen kurzen Kopf Vorteil besaß.

Damit drehte Ianina auch den Spieß um gegen Collow, der ihr am Eröffnungstag das Nachsehen gegeben hatte. ‚Die Vorbereitung verlief optimal‘, kommentierte Ralf Rohne. ‚Ianina ist die ganze Zeit über hier geblieben. Gemeinsam mit Besitzer Erwin Peter Haep hatten wir die Idee, es auf Schnee zu versuchen. Sie bleibt auch weiterhin in Training.‘

Eine Weile zurück eroberte Vorjahressieger Armand (William Mongil/Peter Schiergen) mit guten Reserven noch den dritten Platz gegen den Engländer Royal Island. Armand war nicht gut auf die Beine gekommen, doch fand er immer besser in die Partie. ‚Das war mit Höchstgewicht sehr ordentlich. Zwischen den Pferden fühlte er sich anfangs nicht so wohl, aber dann hat er ja noch gut angepackt‘, meinte Peter Schiergen.

Rang fünf ging an Pauillac vor Shiraz, während die anderen Deutschen keine Rolle mehr spielten. Der höher gehandelte Syrakus (Adrie de Vries/Hans-Albert Blume) steckte aus dem Vordertreffen schon eingangs der Gegenseite völlig auf, Merioneth (Andreas Helfenbein/Wilfried Kujath) kam aus einer äußeren Boxen gar nicht erst an die Spitze, war ebenso früh geschlagen wie Flower Hill (Stephane Pasquier war für Eduardo Pedroza eingesprungen, der in Neuss reiten musste).

Ein dreiköpfiges deutsches Aufgebot hatte den einleitenden Grand Prix Corporate Events/Newmarket Race Courses in Angriff genommen, doch der Sieg in diesem mit 30.000 Schweizer Franken dotierten Listenrennens über 1100 Meter blieb im Lande. Von der Spitze aus wehrte sich Stall Blankeneses Rascacio (Adrie de Vries/Christian von der Recke) lange nach Kräften gegen den Favoriten Sweet Venture aus dem Stall von Miroslav Weiss. Doch in der Distanz schob sich der Frankreich-Import unter Robert Havlin (Siegtoto 16:10) noch überaus sicher mit einer Länge an dem prächtig laufenden Vierjährigen vorbei.

Auf das Duell dieser beiden Pferde spitzte sich die Prüfung früh zu, denn der Co-Favorit Sacho (Andreas Helfenbein/Wilfried Kujath) kam aus dritter Position im Einlauf früh nicht mehr weiter, musste beim ersten Versuch auf Schnee zuletzt sogar noch Encanto (Georg Bocskai/Carmen Bocskai) mit einem Hals für das dritte Geld weichen.

Noch vor dem Engländer Talcen Gwyn, der ganz aus der Partie fiel, wurde Mike Stone Fünfter, doch war diese Aufgabe sicher eine Nummer zu groß für den ‚Handicapper des Jahres 2005‘.

Der ‚König des Engadin‘ heißt Adrian von Gunten. Geradezu majestätisch absolvierte sein Pferd King George das Finalrennen der Credit Suisse Skijöring Trophy, den mit 15.000 Franken ausgestatteten Grand Prix Credit Suisse über 2700 Meter. Abu Ardash eroberte noch den Ehrenplatz vor dem länger tonangebenden Autumn Forest, während King Diamond (Andreas Putsch) und Akebono (Harald Kronseder), beide aus dem Stall von Christian von der Recke die Plätze vier bzw. fünf belegten, zuletzt nicht mehr zwingend wirkten. Der dritte ‚Recke‘, Mongino (Tilman Paas) kam am Start schon nicht richtig ab, wurde als Nichtstarter gewertet.

Das letzte Rennen von White Turf 2006 ging an den Favoriten Dixigold. Georg Bocskai ‚zauberte‘ den von seiner Ehefrau Carmen trainierten Wallach im Grand Prix Winterthur Versicherungen (15.000 Franken, 1800 m) noch ganz spät an Rainstar und Palladia Directa vorbei.

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