Rennbahn Baden-Baden: Einigung ist vorerst verschoben

Man traf sich vor dem Baden-Badener Amtsgericht am Dienstagnachmittag nicht sehr lange und das Ergebnis war dann auch alles andere als überraschend: Der Geschäftsbetrieb des insolventen Internationalen Clubs von Baden-Baden wird bis zum 28. Februar weitergeführt. Das ist die eine, die juristische Sache bei dieser Angelegenheit.

Doch hinter den Kulissen des Insolvenzverfahrens, dessen Ausgang für den deutschen Galopprennsport von so immenser Bedeutung ist, bewegt sich aktuell viel. So haben der Insolvenz-Sachwalter Tobias Hoefer und die Eigenverwaltung der Rennbahn bereits am Montag einen Insolvenzplan vorgelegt, den derzeit formaljuristisch das Amtsgericht Baden-Baden prüft, bevor er an die Gläubiger weitergeleitet wird. Die sollen dann bei einem sogenannten Anhörungs- und Erörterungstermin, der voraussichtlich am 11. Februar ansteht, darüber befinden.

Wie Detlef Specovius von der Rechtsanwalts- und Wirtschaftsprüfergesellschaft Schultze & Braun, der neben Wolfgang Stüber Geschäftsführer des Internationalen Clubs ist, erläuterte, soll der Vertrag mit einem neuen Betreiber – das sind Dr. Andreas Jacobs und dessen Sportrechtefirma Infront AG, der Deutsche Sportverlag GmbH in Köln, die stars and friends GmbH in Bad Harzburg und Sebastian Weiss – bis dahin, wahrscheinlich aber schon im Laufe dieses Monats, unter Dach und Fach sein.

„Wir haben jetzt ein Stadium erreicht, wo wir sagen können, die Verhandlungen mit dem Investor sind nahezu unterschriftsreif. Damit ist das Ziel erreicht, die Rennen durch einen neuen Betreiber und gleichzeitig den Internationalen Club zu erhalten. Und darüber hinaus haben wir die optimale Möglichkeit, den Gläubigern Geld zuzuführen“, sagte Hoefer.

Wie am Dienstag ebenfalls bekannt wurde, soll unter der Ägide von Dr. Andreas Jacobs ein neuer Rennverein gegründet werden, der die Galopprennen durchführen und den Totalisator betreiben wird. So würde der Internationale Club zwar erhalten bleiben und als Förderverein und gesellschaftlicher Mittelpunkt arbeiten können, die Rennen in Iffezheim würde aber der neue Klub betreiben.

Trotz dieser fortgeschrittenen Pläne gibt es weiter Unsicherheit. Denn: Bis zum 11. Februar müssen komplizierte Verträge über die Nutzung des großen Areals in Iffezheim zwischen Stadt Baden-Baden, Gemeinde Iffezheim, Sparkasse Baden-Baden Gaggenau und dem Internationalen Club mit dem neuen Investor unterschriftsreif sein. Außerdem muss die Gläubigerversammlung dem Insolvenzplan mit mehr als 50 Prozent zustimmen. Nur so kann es zu einem schnellen Ende des Insolvenzverfahrens kommen und die Rennen für 2010 gesichert werden.

Für eine schnelle Einigung kämpft auch Iffezheims Bürgermeister Peter Werler, der sich immer wieder für die Fortsetzung der Rennen einsetzt: „Es ist wichtig, dass die Rennen in diesem Jahr durchgeführt werden und das Frühjahrs-Meeting stattfindet.

Die Immobilienfrage muss man parallel verhandeln, aber dafür haben wir noch ein wenig Zeit“, so der Bürgermeister des Renndorfes. Die Stadt Baden-Baden hatte hierzu noch einen Tag zuvor erklärt, dass sie für die Gründung einer Grundstücksgesellschaft eine halbe Million in ihrem Haushalt eingeplant habe. Es werden wichtige Wochen für den deutschen Galopprennsport.

Lesen Sie auch das Interview mit Dr. Andreas Jacobs in der aktuellen Sport-Welt.

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