Für Sheikh Mohammed hat sich der Kauf von Ramonti (Foto) mehr als ausgezahlt. In einer alles in allem wenig aufregenden Saison hatte der fünfjährige Hengst und Martino Alonso schon drei Gruppe I-Treffer (Queen Anne Stakes, Sussex Stakes und Queen Elizabeth II Stakes) gelandet. Doch alle Siege führten über die Meile.
Aber das Team der blauen Erfolgsflotte wollte mehr und bot Ramonti nun am Sonntag im Cup auf, dem mit 20 Mio. HK-Dollar (knapp 2 Mio. Euro) dotierten Top-Event des Nachmittags über weite 2000 Meter.
Eigentlich hatte die halbe Rennbahn damit gerechnet, dass der Lokalmatador Viva Pataca (kochendheißer Favorit) zum Nachfolger der Französin Pride avancieren würde. Aber Ramonti machte ihm einen dicken Strich durch die Rechnung im mit sieben Kandidaten doch recht übersichtlichen Feld. Bis der Sieg unter Dach und Fach war und Dettori zu seinem berühmten Jump im Absattelring ansetzen konnte, mussten die Anhänger aber noch eine Weile schwitzen.
Ramonti, der unterwegs immer Dritter gewesen war, rüstete sich im Einlauf bald zum Angriff und eroberte rasch einen guten Vorteil. Dagegen machte Michael Kinane auf Viva Pataca einen schwerwiegenden Fehler. Er wartete zu lange im Mittelfeld ab. Dann saß er Mitte der Geraden noch fest, als Ramonti ein wenig nach innen in die Spur Viva Patacas geriet.
Zum Schluss zog die Hong Kong-Hoffnung noch einmal stark an, aber das war zu spät, um den wacker durchziehenden Ramonti noch zu stellen. Eine halbe Länge trennte die beiden Protagonisten des Rennens.
Die Rennleitung ordnete sofort eine Überprüfung an, zudem legte Michael Kinane Protest gegen den Sieger ein, aber nach minutenlangem Schwitzen konnten Ramontis Anhänger endlich jubeln.
Klare zweieinhalb Längen zurück sicherte sich die in Frankreich vorbereitete Musical Way den dritten Platz nach einem Rennen aus dem Vordertreffen vor Art Trader, der noch etwas besser auf Touren kam. Dagegen gab sich der 2005 hier erfolgreiche Vengeance Of Rain aus hinteren Regionen früh geschlagen.
Das Wettverhalten der Hong Kong-Chinesen sprach Bände: Der kommende Hong Kong-Star Sacred Kingdom notierte im Sprint (12 Mio. HK-Dollar, 1200 m) 14,5:10. Und dieses Vertrauem im ersten Highlight am Sonntag in Sha Tin war völlig berechtigt.
Denn in der Manier eines absoluten Superstars degradierte der von Gerald Mosse gesteuerte Favorit seine Gegner zu Statisten. Lange stand die Prüfung im Zeichen von Royal Delight, der sich im Einlauf einen Vorteil verschafft hatte. Die Australierin Miss Andretti, die als einzige ernsthafte Widersacherin von Sacred Kingdom angesehen worden war, galoppierte aus ungünstiger Außenbox auf Platz vier, aber von der angeblichen Wunderstute kam überhaupt kein Feuer.
Wacker verteidigte sich Royal Delight auch auf der Geraden, aber als Mitte des Einlaufs Sacred Kingdom den Turbo höherschaltete, war alles entschieden. Ohne jeden Stockeinsatz von Mosse verabschiedete sich der vierjährige Wallach von der Konkurrenz, schaffte beim neunten Start seinen achten Erfolg.
Wie schon im Trial eroberte der stets günstig platzierte Vorjahressieger Absolute Champion den Ehrenplatz. Royal Delight verteidigte sich von vorne als Dritter glänzend, die Europäer spielten keinerlei Rolle.












