Nicht gewonnen, aber gut gelaufen. Das ist das Fazit der ersten Auftritte von Gestüt Fährhofs Santiago Atitlan und Stall Jennys Longville auf arabischem Boden. Beim zweiten Renntag des Dubai Racing Carnivals in Nad Al Sheba starteten die beiden in zwei hochdotierten Handicaps und zogen sich dabei mit dritten Plätzen wirklich gut aus der Affäre.
Als Erster kam Santiago Atitlan unter Mick Kinane im Meydan Hotel Handicap, einem mit 120.000 Dollar dotierten Grasbahnrennen über 1300 Meter, an den Start. Zunächst im hinteren Teil des Feldes liegend, hatte der erstmals unter der Regie von Peter Schiergen laufende Wallach in der langen Zielgeraden an der Außenseite gute Momente, kam aber für den Sieg letztendlich nicht entscheidend in Betracht.
Knapp drei Längen hinter dem Sieger Drift Ice (Mike de Kock/Kevin Shea) kam der Stravinsky-Sohn schließlich als Dritter (Platzquote 22:10) über die Linie. Vor ihm landete noch der Favorit Algharb. 12.000 US-Dollar verdiente Santiago Atitlan mit seinem dritten Platz.
Gut eineinhalb Stunden später konnte dann auch der Lando-Sohn Longville aus dem Quartier von Mario Hofer im Meydan City Handicap (2400 m, 175.000 Dollar, Gras) starke Akzente setzen. Martin Dwyer versuchte es mit dem Vierjährigen von der Spitze aus, gab im Schlussbogen wohl etwas zuviel Gas, führte dort mit mehreren Längen vor der Konkurrenz.
In der langen Nad Al Sheba-Zielgeraden fehlten ihm dann auf den letzten Metern die entscheidenen Reserven, so dass er noch von Book of Music (Foto, Saeed bin Suroor trainiert den Hengst für Sheikh Mohammeds Frau, Prinzessin Haya von Jordanien) unter Willie Supple abgefangen wurde. Platz zwei ging an die zweite Godolphin-Farbe Gravitas. 18:10 betrug die Platzquote für Longville, der 17.500 Dollar verdiente. Er trug erstmals die Farben von Ramzan Kadyrov, nachdem er bislang für den Stall Jenny an den Start gegangen war.
Ohne Möglichkeiten war dagegen Nina Bachs Alpacco (Keegan Latham) im Meydan Racecourse Handiap, einem Ausgleich auf der Grasbahn über 1500 Meter, in dem es um 175.000 Dollar ging. Zwar lag der Wallach aus dem Bayern-Syndikat um Rupert Plersch unterwegs lange auf dem zweiten Platz, doch war früh abzusehen, dass der Desert King-Sohn in diesem Rennen nichts abbekommen würde. Er landete schließlich auch nur auf dem zehnten, und damit vorletzten Platz.
Dennoch konnte sich Plersch freuen, denn er ist auch an dem Pferd beteiligt, von dem das Rennen gewonnen wurde. Das war Linngari (Herman Brown/Ryan Moore), der in Deutschland ein guter Bekannter ist, denn er war vor zwei Jahren Sieger in der Goldenen Peitsche in Baden-Baden. Er verwies den Favoriten Divine Jury und Visionist auf die Plätze zwei und drei.
Nina Bachs zweiter Starter, der vierjährige Silverlord, spielte im Meydan Races to the Future Handicap (2000 m, 120.000 Dollar, Gras) ebenfalls keine Rolle und kam wie sein Stallgefährte Alpacco auf Platz zehn. Hier gab es einen Doppelsieg für Saeed bin Suroor, als Al Shemali (Frankie Dettori) überlegen gegen Teslin gewann.
Das Hauptrennen des Abends war der zur Gruppe III zählende Al Shindagha Sprint über 1200 Meter. In dem mit 200.000 Dollar dotierten Sandbahnrennen kam es zum mit Spannung erwarteten Comeback des letztjährigen Carnival-Stars Asiatic Boy.
Und der im letzten Jahr bei vier Carnival-Starts ungeschlagene Crack von Südafrika-Trainer Mike de Kock enttäuschte seine Fans nicht. Obwohl die Distanz für ihn reichlich kurz war und er in dem auf der Geraden Bahn gelaufenen Rennen lange rettungslos festsaß, kam er noch als leichter Sieger über die Linie.
Johnny Murtagh hatte mit dem im Besitz von Sheikh Mohammed bin Khalifa Al Maktoum stehenden Hengst letztlich leichtes Spiel, um Salaam Dubai und Malayeen auf die Plätze zu verweisen. Als Vierter lief die Godolphin-Neuerwerbung Diabolical ein etwas enttäuschendes Rennen.
Mike de Kock (drei Siege) und Johnny Murtagh (zwei Siege) waren somit die erfolgreichsten Aktiven des Abends, denn sie gewannen noch mit Honour Devil ein Vorbereitungsrennen auf die UAE-Klassiker.











