Der Prix Vermeille, die Gruppe I-Prüfung über 2400 Meter, dotiert mit 300.000 Euro, ist eines der größten europäischen Stutenrennen. Ein Blick auf die Siegerliste dieser Prüfung, in der die dreijährigen auf die älteren Ladies treffen, macht das deutlich. Namen wie Leggera, Shawanda, Mandesha oder vor allem Zarkava lassen das Herz eines jeden Turffreundes höher schlagen.
Und nicht selten war der Prix Vermeille das Sprungbrett für einen späteren Start im Prix de l‘Arc de Triomphe. So noch vor zwölf Monaten, als die ungeschlagene Wunderstute des Aga Khan, Zarkava, zunächst den „Vermeille“ und dann den „Arc“ in atemberaubender Manier für sich entschied.
Und wie vor zwölf Monaten, so geht auch diesmal mit der Monsun-Tochter Stacelita ein ungeschlagenes Pferd in diese Traditionsprüfung. Wie Zarkava geht auch die dreijährige Tochter der Soignee als überlegene Siegerin im Prix de Diane ins Rennen.
In Chantilly pulverisierte die Klassestute aus dem Stall von Jean-Claude Rouget ihre Konkurrenz, hatte auf der Linie vier Längen Vorsprung vor ihrer Trainingsgefährtin Tamazirte. Natürlich wird Stacelita, die wie immer von Christophe-Patrice Lemaire geritten wird, als Favoritin in den Gruppe I-Test gehen, doch nach der Vorstarterangabe am Donnerstag wartet ein hochkarätiges Feld von zwölf Gegnerinnen auf die Seriensiegerin.
Fangen wir erst einmal mit den Dreijährigen an. Da wäre zum einen die Schlenderhanerin Kalla (Maxime Guyon), ebenfalls von Monsun stammend. Die Tochter der Kittiwake gewann gerade mit dem Prix Minerve (Gr.III) in Deauville ihr erstes Gruppe-Rennen. Natürlich wird von ihr ein Sprung verlangt.
Die Wertheimer-Stute Plumania, wie Kalla aus dem Stall von Andre Fabre kommend, war Dritte hinter Stacelita im Prix de Diane und landete anschließend im Prix de Psyche in Deauville auf dem gleichen Rang. In Deauville hieß die Siegerin Board Meeting, eine Wildenstein-Stute, die auch am Sonntag wieder mit von der Partie ist.
Allein diese Vertreterinnen des Derbyjahrgangs machen den Prix Vermeille schon zu einem absoluten Top-Rennen. Doch dann sind da ja auch noch die älteren Pferde. Allen voran die aus England, genauer gesagt aus dem Quartier von John Gosden anreisende Dar Re Mi. Die Vierjährige, die vor zwölf Monaten hinter Zarkava Zweite in dieser Prüfung war und am Sonntag von Jimmy Fortune geritten wird, ist in der Form ihres Lebens.
Nach einem Sieg in den Pretty Polly Stakes (Gr.I) auf dem Curragh gelang ihr in den Yorkshire Oaks das quasi unmögliche. Sie schlug die überlegene Epsom Oaks-Siegerin Sariska. So kann man davon ausgehen, dass Dar Re Mi auch gegen eine Stacelita durchaus Chancen haben muss.
Die stark gesteigerte Armure, Tangaspeed, sowie die aus deutscher Zucht stammenden La Boum und Tres Rapide sind weitere erstklassige Pferde, die am Donnerstag noch im Aufgebot für dieses Rennen standen.
Und mittendrin in diesem Feld voller Kracher sind auch zwei Ladies aus deutschen Ställen. Andreas Wöhler bietet die Diana-Zweite Soberania (Foto) auf, für die Johan Victoire als Jockey angegeben wurde. Für die Karlshoferin hatte man nach dem deutschen Stutenderby schon früh den Prix Vermeille als nächstes Ziel auserkoren.
Und dann ist da auch noch die ein Jahr ältere Röttgenerin Umirage. Die Blume-Stute, übrigens eine weitere Monsun-Tochter in diesem Rennen, hat sich zuletzt im Prix de Pomone (Gr.II) in Deauville ausgezeichnet verkauft.
„Sie hatte dort ein schlechtes Rennen, hat in der Zielgeraden festgesessen. Sie ist bekanntlich ein schwieriges Pferd, kann aber eine Menge laufen“, erklärt Alida Blume. Die Röttgenerin wird von Thierry Thulliez geritten. Also eine schwere Aufgabe für die deutschen Stuten, doch wie heißt es so schön? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.










