Es war nur eine kurze Ankündigung, die am Dienstag eine lange Jockeykarriere beendet hat. Unmittelbar vor dem siebten Rennen auf der Galopprennbahn in Riem verkündete Moderator Christoph Reichenbach plötzlich, John David Hillis (Foto) bestreite jetzt sein letztes Rennen, dann stieg der Jockey aufs Pferd, landete mit Madame Butterfly auf Platz neun und setzte so den Schlusspunkt unter eine 26 Jahre lange Laufbahn als Berufsrennreiter.
16 Jahre davon verbrachte der gebürtige Ire in München. Bei Rennen rund um den Globus holte Hillis 336 Siege, auch auf Gruppe-Ebene, der höchsten Klasse im Galopprennsport. So wenig Aufhebens der 42-Jährige auch von seinem Abschied machte, „traurig bin ich irgendwie schon“, sagte Hillis nach dem Rennen.
„Das wird ein komisches Gefühl nächste Woche.“ Am meisten werde er wohl die Stimmung in der Jockeystube vermissen, dort, wo die Reiter die Zeit zwischen den Rennen verbringen und sich auf den nächsten Start vorbereiten. „Da hatten wir immer viel Spaß.“ Und doch wirkt Hillis erleichtert. „Nach der langen Zeit komme ich Gott sei Dank heil und in einem Stück aus der Sache raus.“ Nur ein, oder zwei Mal sei er wirklich schwer gestürzt, kokettiert der Ire.
Denn in seiner zweiten Riemer Saison zog sich der Berufsreiter einen Schädelbruch zu und ist seitdem taub auf einem Ohr. Positiv wird sich das Karriereende auf sein Familienleben auswirken, glaubt Hillis. Nicht nur, dass er sich künftig mehr um seine zehn Jahre alte Tochter kümmern könne; „ich muss auch nicht mehr so auf mein Gewicht achten“ – ein leidiges Problem für viele Jockeys.
Der Rücktritt als Jockey bedeutet freilich nicht den Abschied vom Rennsport. Hillis plant, den Trainerschein zu machen, und auch als Züchter feierte der Ire bereits erste Erfolge. Er bleibt in München. Warum? „Die bayerische Lebensart“, sagt der Ex-Jockey mit einem breiten Grinsen.












