Packender Stuten-Fight: Ephigenie auf der Egerton-Spur

‚Das habe ich selten gesehen, da ist eine Wand von Pferden, und alle haben noch Chancen‘, Rennkommentator Sven Wissel brachte am Sonntag Mitte der Zielgeraden die ganze Dramatik auf den Punkt. Im Großen Preis der Hans G. Bock Inneneinrichtungen, einem mit 20.000 Euro dotierten Listenrennen für Stuten über 1900 Meter, herrschte enorme Spannung bis zur Linie.

Vorneweg marschierte die Röttgener Groom Dancer-Tochter Ephigenie. Während die Angriffe der Favoritin Dubai und der ebenfalls stärker gewetteten Listensiegerin Promesse de l´Aube schnell verpufften, griffen eine Reihe von Kandidatinnen plötzlich an.

Doch nach einem meisterlichen Finish von Andre Best raufte sich die 88:10-Chance knapp nach Hause und sorgte endlich wieder für einen besseren Treffer von Trainer Torsten Mundry, dessen Pferde zuletzt teilweise Rätsel aufgegeben hatten (Video ansehen).

Röttgens Gestütsleiter Frank Dorff begleitete gemeinsam mit Mundry die Lady, die eine nahe Verwandte des großen Globetrotters und Gruppe-Pferdes Egerton ist, vom Geläuf zurück.

Mit viel Speed schnappte sich Nacella (Andreas Suborics) noch den Ehrenplatz gegen Wildfährte, die die tolle Bilanz der Dreijährigen und von Trainer Torsten Mundry (Erster und Dritter) komplettierte.

Fancy Diamond verkaufte sich als Vierte sehr gut, während Promesse de ´l´Aube und eine sehr enttäuschende Dubai völlig ausspannten. In jedem Falle präsentierte sich die zuvor bei zwei Starts einmal erfolgreiche Ephigenie klar gesteigert und könnte nun im ehemaligen Gontard-Rennen in Iffezheim weitermachen. ‚Viel lag nicht zwischen meinen beiden Stuten, wobei Ephigenie sich noch einiges steigern könnte. Das Ziel war Black Type‘, meinte Torsten Mundry.

Immer wieder hatte er mit Platzierungen in gut besetzten Handicaps vorlieb nehmen müssen, doch am Sonntag kämpfte er sich wieder auf die Siegerstraße: Toii, ein vierjähriger Wallach und gleichzeitig Familienpferd der Gröschels. Unter Wladimir Panov entwickelte der 33:10-Favorit in einem 2000 Meter-Ausgleich II große Reserven, um den sich tapfer wehrenden Alter König sowie Dangus und Elle Gala (totes Rennen auf Rang drei) hinter sich zu lassen.

Standesgemäß begann der große Bult-Nachmittag, als die Ammerländerin Dawn Dew (Andrasch Starke/Peter Schiergen) in einem Vier-Pferde-Altersgewichtsrennen Start-Ziel nie in Gefahr geriet. Die 90-Kilo-Lady hatte mit Mauritino und Expensive Girl keinerlei Probleme und könnte nun den Jacobs-Stutenpreis in zwei Wochen in Bremen ansteuern.

Und die Zuchtstätte im Besitz von Dietrich von Boetticher hatte gleich im dritten Rennen, einer 2200 Meter-Prüfung für dreijährige Stuten, erneut Grund zum Jubel. Denn die ebenfalls von Peter Schiergen trainierte und Andrasch Starke anvertraute Heather Rose (32:10) bekam La Julie und Neena noch sicher in den Griff und landete ihren ersten Treffer.

Die Form von Trainer Roland Dzubasz und Jockey Alexander Pietsch ist großartig. Da machte auch die dreijährige Dashing Blade-Tochter Peace Flower keine Ausnahme, die als 36:10-Co-Favoritin auch den auf 14:10 heruntergespielten Krambambuli und Magic Tilla in einem Meilenrennen abblitzen ließ. Start-Ziel kam die Dreijährige sicher hin und komplettierte ihren Hattrick.

In der Wettchance des Tages kletterte die Viererwettquote für den Einlauf Jermyn Street (50:10, Andreas Suborics) – Rohan – Germain – Navika auf 255.406:10 Euro. Der Umsatz belief sich nach den zehn Rennen bei Massenbesuch auf 226.800 Euro.

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