Mit Overdose wird einer der hierzulande populärsten Vollblüter des letzten Jahrzehnts überraschend als Deckhengst im Vollblutgestüt Lindenhof aufgestellt.
Es sollen sich laut Turf-Times.de am Dienstagabend Lindenhof-Besitzer Volker Linde und Overdose-Besitzer Zoltan Mikoczy einig geworden sein, dass der kultige Sprinter für ein Jahr an die norddeutsche Zuchtstätte verpachtet wird und dort in diesem Jahr 4.000 Euro Decktaxe kosten soll. Angeblich sollen auch andere deutsche Gestüte Interesse an dem 16fachen Sieger Overdose gezeigt haben. Auch auf Facebook machte die News schnell die Runde.
Der Kult-Flieger hatte bis zu seiner ersten Niederlage im Jahr 2010 als Fünfjähriger in der Iffezheimer Goldenen Peitsche 14 Rennen in Folge gewonnen und war zumindest in Deutschland sowie Ungarn zum Kult-und Wunderpferd avanciert. Seine größten Erfolge feierte er als Gewinner der 2008er Goldenen Peitsche (Gr.II) und mit seinen Gr.III-Siegen in Hamburg und Rom.
All diese Erfolge erzielte er als Dreijähriger. Eine Tatsache, die eher ungewöhnlich ist, weil Sprinter eher im höheren Alter den Zenit ihres Könnens erreichen. Overdose war 2006 als Jährling bei Tattersalls in Newmarket für nur 2000 Guineas in den Besitz des Ungarn Zoltan Mikoczy gekommen und von ihm in das Trainingsquartier von Sandor Ribarszki gegeben worden. Zweijährig blieb er in Budapest, Ebereichsdorf und Bratislava bei fünf Starts ungeschlagen. Beim Frühjahrs-Meeting 2008 stellte er sich das erste Mal dem deutschen Turfpublikum vor und gewann in Iffezheim den Lanson-Cup (L.) über 1200 Meter in überragender Manier mit neun Längen. Bereits vor seinem ersten Deutschland-Auftritt wurde der Sprinter als Wunderpferd gehypt.
Die Karriere des Starborough-Sohnes wurde durch fortwährende Hufprobleme gehandicapt, die sicherlich auch für seine erste Pleite in der „Golden Whip“ 2010 verantwortlich waren. Doch kam der Sprinter immer wieder zurück und wurde 2011 sogar noch einmal starker Vierter während Royal Ascot in den King’s Stand Stakes (Gr.I). Zum Karriereende gewann er im selben Jahr bei seinem letzten Rennen den Premio Umbria (Gr.III) in Rom unter Frankie Dettori.
Bei seinen wichtigsten Siegen saß allerdings der Österreicher Andreas Suborics im Sattel des Außnahme-Fliegers. Legendär auch der Start von Overdose als Dreijähriger im Prix de l’Abbaye de Longchamp (Gr.I) am Arc-Sonntag. Unter „Subi“ gewann er diese bedeutende 1000 Meter-Sprintprüfung, die allerdings später wegen eines Fehlstarts annulliert wurde.
In Ungarn wurde Overdose sogar einmal zum Sportler des Jahres gewählt und begann dort auch seine Stallion-Karriere. Jetzt kehrt er als Deckhengst in das Land zurück, wo vor sieben Jahren sein Stern richtig aufging und der unglaubliche Kult um ihn seinen Anfang nahm.










