Im Breeders´ Cup Filly & Mare Turf (2 Millionen Dollar, 2200 m) ist die Ausbeute der europäischen Starterinnen meist sehr gut. So wurde das Rennen in den letzten drei Jahren zweimal von Pferden unseres Kontinents gewonnen. 2003 war es die von Sir Michael Stoute trainierte Islington, im Jahr darauf setzte sich die im Besitz von Lord Derby stehende, von Ed Dunlop betreute Klassestute Ouija Board (Foto) durch.
Und diese versucht sich am Samstag unter Frankie dettori bereits zum dritten Mal in dieser Prüfung. Vor zwölf Monaten hatte sie hinter der Amerikanerin Intercontinental den zweiten Platz belegt. Dass sie in diesem Jahr keinen Deut schlechter ist, bewies sie mit Siegen in den Prince of Wales’s Stakes und in den Nassau Stakes.
Glück hatte sie bei der Boxenauslosung, denn mit Startbox 2 ist ihr Trainer Ed Dunlop hochzufrieden. Dagegen bereitete ihm zur Wochenmitte der Boden Probleme, denn nach Regenfällen war der Boden weich, was seiner Klassestute nicht gerade entgegenkommt. Bis zum Wochenende könnte sich das Geläuf jedoch wieder in anderem Zustand präsentieren, zumal der Boden auf den Churchill Downs schnell abtrocknet.
Ouija Board steht in der Favoritenrolle in diesem Stutenrennen, die in Frankreich trainierten Satwa Queen (Jean de Roualle/Thierry Thulliez) und Germance (Jean-Claude Rouget/Christophe Soumillon) sind dagegen eher Außenseiter. Germance, eine von vier Dreijährigen im Feld, hat ihre Generalprobe bereits in den USA bestritten, war Vierte im Queen Elizabeth II Challenge Cup (Grade I) in Keeneland. Damals war Mauralakana (Patrick Biancone/Julien Leparoux) als Zweite noch vor ihr.
Stärker einzuschätzen sind aber sicherlich zwei der drei Starterinnen von Trainer Todd Pletcher. Wait a While (Garrett Gomez) hat in diesem Jahr bereits fünf Grade-Rennen gewinnen können, zuletzt die Yellow Ribbon Stakes (Grade I) in Santa Anita. Kaum schlechter ist Honey Ryder (John Velasquez), die Siegerin der E.P.Taylor Stakes des vergangenen Jahres. Aktuell hat sie das Flower Bowl Invitational in Belmont Park gewonnen. Zu beachten ist auch die von Graham Motion trainierte Film Maker, die unter Edgar Prado ins Rennen geht. Als Dritte war sie im Vorjahr nur einen Hals hinter Ouija Board. Zuletzt im Flower Bowl International war sie nur mit einer Nase von Honey Ryder geschlagen.
Die mit Abstand größte europäische Beteiligung gibt es in der mit 2 Millionen Dollar dotierten ‚Mile‘, die auf Gras ausgetragen wird. Genau die Hälfte aller Starter, sieben an der Zahl, reist aus Europa an. In der Favoritenrolle steht jedoch ein in Amerika trainiertes Pferd.
Die vierjährige Stute Gorella, im letzten Jahr, damals noch unter der Regie von Jean de Roualle hatte die Grape Tree Road-Tochter noch den Prix de Sandringham in Chantilly (Gr.II) gewonnen, war später noch Zweite im Prix du Moulin auf höchstem Gruppelevel.
Es folgte der Wechsel zu Trainer Patrick Louis Biancone, für den sie gleich Platz drei in der Breeders‘ Cup Mile hinter Artie Schiller und Leroidesanimeaux belegte. Nun soll am Samstag der Breeders‘ Cup-Sieg folgen. Im Sattel sitzt mit Julien Leparoux der absolute Aufsteiger der amerikanischen Jockeyszene. Startbox 12 im Vierzehnerfeld wird von ihrem Jockey nicht als allzugroßes Problem angesehen, da Gorella ein Speedpferd ist.
Aus dem amerikanischen Lager gilt als stärkster Kontrahent Aragorn (Neil Drysdale/Corey Nakatani), der seine letzten vier Rennen in Folge gewann. Jeremy Nosedas Araafa, der Sieger der irischen 2.000 Guineas und der St. James’s Palace Stakes ist vom europäischen Aufgebot wohl die gefährlichste Waffe. Araafa wird von John Velasquez geritten, sein Trainer weiß, wie man ein Breeders‘ Cup-Rennen gewinnt, denn mit Wilko siegte er vor zwei Jahren im Breeders‘ Cup Juvenile.
Aidan O’Brien schickt mit Ad Valorem (Jamie Spencer) und Aussie Rules (Garrett Gomez, hatte bei der Startboxenauslosung Pech, denn aus Startbox 14 kam bislang erst ein Mile-Sieger) ein Doppel ins Rennen, zwei Pferde hat auch Godolphin im Rennen, wobei sich Stalljockey Frankie Dettori für Echo of Light und gegen Librettist entschied, für den das Godolphin-Team Christophe Soumillon verpflichtet hat. John Gosden setzt auf Sleeping Indian (Alex Solis), für Sir Michael Stoute startet Rob Roy (Ramon Dominguez), der zuletzt als Zweiter in den Champion Stakes noch vor Hurricane Run war.
Seit jeher eine Domäne der Amerikaner ist der Sprint, der auf der Sandbahn ausgetragen wird, über 1200 Meter führt und mit 2 Millionen Dollar dotiert ist. Auch hier kommt das Maximum von 14 Pferden an den Start, in der Favoritenrolle steht der Dreijährige Henny Hughes (John Velasquez) aus dem Stall von Kiaran McLaughlin.
Im Vorjahr war der Hennessy-Sohn Zweiter im Breeders‘ Cup Juvenile, auf Distanzen bis 1200 Meter ist er noch ungeschlagen, seine wenigen Niederlagen erlitt er auf Strecken von 1400 bis 1800 Metern. Aktuell ist er durch Siege in den King’s Bishop Stakes und den Vosburgh Stakes empfohlen. Sein größter Gegenspieler könnte Bordonaro (William Spawr/Pat Valenzuela) sein, ein fünfjähriger Wallach, der unter die Rubrik ‚Seriensieger‘ fällt und zuletzt die Ancient Title Breeders‘ Cup Stakes in Santa Anita gewonnen hat.
Chancen hat auch Siren Lure, auf dem Jockey Alex Solis versucht, endlich den ersten Breeders‘ Cup-Sieg für Trainer Art Sherman zu realisieren. ‚Ich bin froh, ein Pferd für den Breeders‘ Cup zu haben‘, erklärte dieser. Seit Sherman in für 50.000 Dollar für seine jetzigen Besitzer gekauft hat, hat Siren Lure acht seiner elf Starts zu Siegen gestalten können.
Allerdings ist die Distanz für seinen Schützling wohl die untere Grenze. Lange hatte man auch überlegt, ihn in der Mile aufzubieten. Attila’s Storm (Richard Schosberg/Cornelio Velasquez) war im Vorjahr Vierter im Sprint, aktuell ist er aber nur Außenseiter.
Ein großartiges Feld sieht man in diesem Jahr im Breeders‘ Cup Distaff, dem 1800 Meter-Rennen für die dreijährigen und älteren Stuten. Bis auf eine Ausnahme sind alle 14 Starterinnen bereits Grade I-Siegerinnen. In deutlicher Favoritenrolle steht die von Todd Pletcher trainierte Fleet Indian, die in diesem Jahr acht Rennen in Folge gewann.
Jose Santos wird die Indian Charlie-Tochter reiten, die übrigens ein Angebot der Auktion in Keeneland im November sein wird. Die Dreijährige Pine Island (Claude McGaughey/Javier Castellano) und Balletto (Tom Albertrani/Corey Nakatani), die zuletzt Zweite in den Beldame Stakes hinter Fleet Indian war, sind im Wettmarkt hinter dieser die gefragtesten Pferde.
Der Breeders‘ Cup Juvenile (1700 m, 2 Millionen Dollar) ist immer ein besonders kniffliges Rennen, denn bei den Zweijährigen, die aus mehreren Staaten kommen, weiß man natürlich noch nicht, was ihre Formen wert sind, die Rennen zu vergleichen ist nicht einfach. Auch in diesem Rennen ist Startrainer Todd Pletcher gleich mit drei Pferden vertreten.
Mit Circular Quay (Garrett Gomez) und Scat Daddy (John Velasquez) haben zwei von ihnen dabei allererste Chancen. Stark zu beachten sind aber auch Stormello (William Currin/Kent Desormeaux), Principle Secret (Christopher Paasch/Victor Espinoza) und Great Hunter (Doug O’Neill/Corey Nakatani). Interessant: Keiner der 14 Starter ist ungeschlagen, die beste Gesamtform haben mit drei Siegen und einem zweiten Platz bei vier Starts noch die Pletcher-Schützlinge Circular Quay und Scat Daddy.
Das Juvenile Fillies ist traditionell das erste der acht Breeders‘ Cup-Rennen. Als Favoritin gilt Cash Included (Craig Dollase/Corey Nakatani), die mit den Oak Leaf Stakes bereits ein Grade I-Rennen für sich entscheiden konnte. Noch ohne Niederlage ist bei drei Starts Dreaming of Anna (Wayne Catalano/Rene Douglas), gute Chancen sollten auch Bel Air Beauty (Frank Brothers/Fernando Jara) und Octave (Todd Pletcher/Garrett Gomez) haben.
Wie in den letzten Jahren werden die meisten Buchmacher ihre Geschäfte geöffnet haben, in der Regel werden Getränke und Buffets offerriert. Der Start des letzten Rennens ist um 23.20 Uhr deutscher Zeit. Die Rennen von den Churchill Downs werden auch auf PremiereWin übertragen.











