Am vergangenen Sonntag ist Otto Burk im Alter von 89 Jahren nach längerer Krankheit verstorben. Der Ehrenpräsident des Badischen Rennvereins Mannheim-Seckenheim ließ nie einen Renntag auf seiner „Waldrennbahn“ aus und hatte seinen Stammplatz direkt am Zielpfosten auf der Tribüne. Ende der zwanziger Jahre versäumte der Mannheimer Bub kein Rennen auf der alten Mannheimer Rennwiese.
Bei den Trainern Seiffert, Machan, Hechinger und Keim in München sowie bei Bob Wortmann in Hassloch bzw. Robert Mätzig in Frankfurt lernte er den Renntagalltag kennen.
1937 erwarb der inzwischen Verstorbene eine Amateurrennleiterlizenz, bedauerlicherweise konnte Otto Burk aber wegen seines zu hohen Gewichtes keine Rennen reiten. Bis zum Kriegsausbruch trainierte er aber die Pferde seines Freundes Erich Wagner auf der Mannheimer Rennwiese. Der zweite Platz von Punktina im Hauptjagdrennen der Vierjährigen in Karlshorst war der Höhepunkt in seiner Trainerkarriere.
Nach dem Ende des Krieges und aus russischer Gefangenschaft heimgekehrt, versuchte Otto Burk den Rennbetrieb im Südwesten in Gang zu bringen. Nach nur dreimonatiger Bauzeit gelang dies 1949 zunächst in Viernheim, wo 20.000 Zuschauer den ersten Renntag verfolgten.
Otto Burk gehörte zu den Gründervätern des Verbandes Südwestdeutscher Rennvereine im Jahre 1950 und war maßgeblich beteiligt am Wiederaufbau des Rennsports im Südwesten. In dieser Zeit war er auch im Besitzerlager aktiv. Emil Petri trainierte die erfolgreichen Pferde Armanjac und Chiron.
1969 fusionierten die beiden Mannheimer Rennvereine und im Südwesten ging es im Rennsport steil bergauf. Daran hatte Otto Burk maßgeblichen Anteil. Seit 1969 war er im Vorstand des Badischen Rennvereins und seit 1988 dann mit der Führungsarbeit beauftragt.
Als äußeres Zeichen der Dankbarkeit erhielt Otto Burk 1992 aus der Hand des damaligen Südwest-Verbands-Präsidenten Willi Kuhn die Goldene Ehrennadel des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen verliehen.
1995 gab er das Präsidentenamt an seinen Nachfolger Michael Himmelsbach ab, der wiederum heute Präsident des Verbandes ist. Sein Nachfolger wurde dann im Badischen Rennverein Peter Gaul.
Sohn Jürgen bekam von Otto Burk den Rennpferdevirus weiter vererbt. Denn bis zum heutigen Tage ist er als Rennkommentator auf allen Südwestbahnen aktiv, was seinen Vater ganz besonders freute.
Jürgen Burk ist allseits bekannt als die „Stimme des Südwestens“. Dadurch nutzte Otto Burk auch die Gelegenheit bis ins hohe Alter, auch die anderen Rennbahnen hierzulande zu besuchen. Der Ehrenpräsident des Mannheimer Rennvereins wird auf dem Seckenheimer Hippodrome künftig auf seinem Stammplatz am Zielpfosten schmerzlich vermisst werden. Die Trauerfeier für Otto Burk findet am 31.Juli um 12.00 Uhr auf dem Hauptfriedhof in Mannheim statt.











