Ostmann mit dem siebten Streich im Ratibor-Rennen?

Am Sonntag steht im Krefelder Stadtwald das Ratibor-Rennen an, ein Rennen, das Uwe Ostmann scheinbar gut gefällt. Ostmann, Trainer des Gruppe-Siegers Global Dream, sattelt diesmal Auenschütze (Foto), weswegen besondere Aufmerksamkeit angesagt ist.

Der Mülheimer Trainer ist eine Art Spezialist für das Ratibor-Rennen, hat diese Prüfung in den vergangenen Jahren immerhin schon sechs Mal gewonnen. „Ich halte Auenschütze für eine Spur besser als Oriental Tiger im vergangenen Jahr um diese Zeit“, meinte Ostmann zu Wochenbeginn zu unserem Mülheimer Trainingskorrespondenten.

Wer die zurückhaltende Art des Coaches kennt, der liest da zwischen den Worten schon einigen Optimismus. Schließlich war der Sieg in Köln auch eine beeindruckende Angelegenheit. Wie Oriental Tiger stammt auch Auenschütze vom ehemaligen Schlenderhaner Champion-Stallion Tiger Hill.

Interessant ist natürlich auch der Lokalmatador Aleandros aus dem Stall von Mario Hofer. Es war eine Schrecksekunde zu Beginn der Parade vor der Maurice Lacroix-Trophy vergangen Freitag in Baden-Baden: Mit der Startnummer eins war Aleandros auf das Geläuf getreten, gleich sollte er den Zuschauern vorgestellt werden. Doch das Pferd hatte etwas dagegen, er scheute, warf seinen Reiter herunter, verließ erst einmal die Rennbahn und kollidierte mit dem angepflanzten Grünzeug im erweiterten Führingbereich.

Nichts war es mit einem Start in dem Gruppe-Rennen, doch außer einigen oberflächlichen Blessuren hat der Big Shuffle-Sohn keine weiteren Schäden davongetragen und so war es sicher nicht verkehrt, dass mit dem Herzog von Ratibor-Rennen „Ersatz“ bereits stand.

Zwei Pferde sattelt Andreas Trybuhl in dem 50 000er, der unter dem Patronat der Cargill Deutschland steht. Da Stalljockey Adrie de Vries zeitgleich in der Türkei weilt, ist die Reiterverteilung nicht zwingend als Anhaltspunkt für die Chancen der Pferde heranzuziehen. Das Laufen von Dosimo in Köln ist in jedem Fall zu streichen. Markus Münchs Schimmel bekam Ende gegenüber einen schweren Schubs, davon konnte sich der junge Hengst nicht mehr erholen. Lucky It Is muss den dritten Platz aus Bremen schon ein gehöriges Stück steigern.

Die dort vor ihm platzierten Zweijährigen sind wieder dabei: Die souverän erfolgreiche Chantra und der Zweite Beltanus, für eine Formumkehr spricht wenig. Chantra, eine blendend gezogene Stute (Trainer Peter Rau: „Da die Geschwister so gut waren, darf sie ja nicht aus der Rolle fallen“), könnte das Krefelder Rennen als Durchgangsstation Richtung „Winterkönigin“ nutzen.

Ob die in Bremen hinter ihr platzierten Pferde eine Formumkehr schaffen, ist doch eher fraglich. Nicht ganz einfach war die Reiterfrage zu klären (Torsten Mundry ist in Longchamp), engagiert wurde letztlich der Franzose Mickael Poirier, der des Öfteren für Ittlingen erfolgreich in den Sattel gestiegen ist.

Komplettiert wird das Feld durch den in Bremen weit geschlagenen Lukianos (Peter Schiergen: „Das war eine unerwartete Schlappe, er sollte sich rehabilitieren“), den in Italien Drittplatzierten Spejbl und den englischen Gast History Boy, auf dem Jimmy Quinn wieder einmal seine alte Wirkungsstätte besucht. Ein vierter Platz in einem Maidenrennen in Newbury sollte normalerweise nicht reichen, um hier eine entscheidende Rolle zu spielen.

Es hat in der Vergangenheit öfter Probleme gegeben, das Ratibor-Rennen entsprechend zu besetzen, in diesem Jahr ist es ein absolut vorzeigbares Hauptereignis am Ascot-Renntag, an dem mehr als nur ein Hauch der englischen Bahn durch den Stadtwald weht.

Viele englische Gäste sind vor Ort, entsprechende kulinarische Köstlichkeiten, die „Warwickshire Band“ sorgt für die Musik und natürlich werden die besten Hutkreationen prämiert – erstmals wird auch der „Krawattenmann des Tages“ gekürt.

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