Als am 17. Mai auf der Iffezheimer Rennbahn der sechsjährige Aspectus (Foto) die BHF-Bank-Meile, die ehemalige Badener Meile, nach einer harten Auseinandersetzung mit König Turf zu seinen Gunsten entschieden hatte, hatte der Neutrainer Torsten Mundry das erste selbst gesteckte Ziel erreicht, namlich den Hengst des Gestüts Röttgen wieder in die Gruppe-Szene und damit dahin gebracht, wo er vor zwei Jahren so erfolgreiche Tage erlebt hatte.
In der anschließenden Hamburger Meile versuchte man es mit der Taktik des Wartens was gründlich daneben ging, denn er kam noch als letztes Pferd in die Zielgerade, um sich lediglich noch auf Platz acht zu verbessern. Den anderen Aspectus erlebten die Besucher Wochen später in Düsseldorf, als er in der Henkel Trophy lediglich an King of Sydney scheiterte, aber immer einen Platz im Vordertreffen eingenommen hatte.
„Dabei hatte er vor diesem Start noch einen kurzen Stopp gehabt. Iffezheim liegt ihm, wie man ja im Frühjahr gesehen hat. Andrasch Starke, der ihn zuletzt stets ritt, kennt Aspectus, der sehr gut auf dem Posten ist, bestens“, macht Torsten Mundry, dessen Trainerkarriere siebzehn Siege umfasst, in Optimismus für das 76. Darley Oettingen-Rennen.
Den versprüht, zu Recht, auch Trainer Andreas Löwe, der an dem von ihm für den Stall Phillip vorbereiteten Sehrezad auch in diesem Jahr so viel Freude hat. Zweiter in der Hamburger Meile nach einem unglücklichen Rennverlauf, dabei nur denkbar knapp unterlegen und danach eine überlegener Triumph im Fraport-Pokal von Frankfurt – das sind die Empfehlungen, die er mitbringt und die sich sehen lassen können.
Eine Sorge hat der Kölner Trainer allerdings: nämlich den Bodenzustand. Das Geläuf darf nicht zu fest werden, dann könnte sein fest eingeplantes Engagement fraglich werden. „Wenn es so wird wie in Frankfurt, wo der Boden fast tief war, wäre uns das sehr willkommen. Elastisch sollte der Boden in jedem Fall sein. Von der Fitness und dem Zustand her möchten wir mit ihm auf jeden Fall antreten“, so der Trainer zu dem Hengst, der im Vorjahr Platz drei hinter dem Sieger Lovelace und Peace Royale geworden war.
Eine gute Entwicklung hat Earl of Fire unter Trainer Werner Baltromei genommen, die darin gipfelte, dass der von der Bremer Besitzerin Marlene Haller gezogene Areion-Sohn eben jene Hamburger Meile gewann, in der Sehrezad einen so unglücklichen Rennverlauf hatte. Kampf – kurzer Kopf – so lautete damals der Richterspruch. Diesen Erfolg gilt es heute also zu bestätigen.
Seit jenem 27. Juni ist Earl of Fire nicht mehr angetreten, wurde offenbar gezielt für die „Große Woche“ aufgespart. Dominique Boeuf wurde wie in Hamburg für den Ritt verpflichtet, doch dürfte die Quote für das Team nicht mehr so hoch wie in Hamburg, wo der Toto 125:10 zahlte, sein. Nach den zuletzt gezeigten Leistungen wäre es somit keine Überraschung, wenn der Sieger der 76. Auflage des Darley Oettingen-Rennen aus dem genannten Trio käme.










