Wer nimmt die letzte Ausfahrt nach Horn?

Knapp 20 Jahre ist es bereits her, als der Gewinner des Bremer Derby-Trials – seinerzeit hieß es noch Walther J. Jacobs-Rennen – auch im Deutschen Derby auftrumpfte. Es war der von Andreas Wöhler für das Tufsyndikat 99 trainierte Belenus.

Mit Attilio, Landin, Licinius, Our Last Summer, Russian Flamenco und Zanni stehen noch sechs von zehn Kandidaten des SWB-Derby-Trials, das am Sonntag in Bremen entschieden wird, im aktuellen Derby-Feld. Der norwegische Gast Our Last Summer, 2000 Guineas-Sieger seiner Heimat, wurde mit einem GAG von 85 Kilo bedacht und ist somit nach rechnerischer Elle die Nummer eins im Bremer Feld. Der Hengst muss in der Bremer Vahr das erste Mal den Beweis antreten, ob er auch über weitere Wege kommt. Nach GAG-Einschätzung ist Licinius die Nummer zwei im Feld. Yasmin Almenräder trainiert den Sohn des fünffachen Gruppe I-Siegers Halling, der in Iffezheim bei seinem dritten Start im Leben zu einem sehr sicheren Sieg kam. Zuvor hatte er bereits einen Auftritt auf Gruppe-Ebene im Bavarian Classic, die Nummer erwies  sich noch als zu groß. Er stößt wie in Iffezheim auf Zanini, der mit einem Kilo mehr in der Satteldecke gut zwei Längen hinter Licinius zurückfolgte (Zum Langzeitmarkt).

Der von Jean-Pierre Carvalho trainierte Moonshiner hat in dieser Saison zwar noch kein Rennen gewonnen, doch hieß zweimal in seinen Prüfungen Boscaccio und somit der große Favorit des Blauen Bandes der Sieger. Die letzte Form aus dem Hannoverschen Derby-Trial war an jeder Ecke eine Leistung mit Hand und Fuß. Gegen Boscaccio zu verlieren, ist keine Schande und Moonshiner blieb als Zweiter vor Dschingis Secret, der im Oppenheim-Union-Rennen als Dritter eine ganz starke Figur machte. Vor vier Jahren sattelte John Hillis Ammerlands Baltic Rock zum Sieg im SWB Derby-Trial. Diesmal reist aus seinem Münchner Quartier Attilio an die Weser. Der Sohn des französischen Derby-Siegers Lawman hat erst zwei Starts absolviert, geht auch als siegloses Pferd in dieses Listenrennen.

Zuletzt in Riem stand er gegen den Landin noch auf verlorenem Posten. Der von Peter Schiergen trainierte Ebbesloher siegte in München im Stile eines großen Stehers, zudem wurde die Form durch den Zweitplatzierten Leomar, der anschließend in Frankreich zum Zuge kam, nicht unerheblich aufgewertet. Landin, ein Sohn von Epsom Derby-Sieger Sir Percy, könnte auch für das Derby noch zu einem interessanten Pferd avancieren. Andreas Wöhler ist mit zwei Pferden in der Bremer Generalprobe vertreten. Rennstall Darbovens Russian Flamenco besitzt von diesen beiden noch eine Derby-Nennung, das Ticket soll der Tertullian-Sohn am Sonntag lösen. Seinem rechten Bruder Russian Tango gelang dies 2010, er siegte in Bremen und kam im Derby nach Protest auf den dritten Platz. Für Medici verpflichtete Andreas Wöhler Norman Richter, Siegreiter während  des Frühjahrs-Meetings mit Iquitos im Großen Preis der Badischen Wirtschaft. Medici ist zweifacher Saisonsieger und ein Pferd, das mit Sicherheit auch über ausreichendes Stehvermögen verfügt. Sir Scott war im Krefelder Handicap am Ende chancenlos.

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