Schon 35 Minuten vor dem Europa-Preis gibt es ein großes Duell auf der Kölner Galopprennbahn: Der immer weiter gesteigerte Frontrenner Apollo Star gegen das Speedwunder König Turf. Beide fünfjährigen Hengste bringen großartige Formen mit, die für den Sieg in der erstmals von Christ-Lacke gesponserten Europa Meile ausreichen.
Das mit 65.000 Euro dotierte Gruppe II-Rennen über die Meile lockt zwar nur sechs Kandidaten an. Doch allein diese beiden 1600 Meter-Cracks haben es in sich. Höchstgewicht von 59 Kilo muss Apollo Star tragen, der dennoch Nachfolger des Fährhofers Lateral werden könnte.
Fünf Starts absolvierte der Wallach in dieser Saison. Viermal überquerte er als Sieger die Zielinie. Kaum jemand hatte Joachim Sprankes Fuchs solch eine Karrriere zugetraut. Zweimal war 2007 auch schon die Bahn in Weidenpesch der Erfolgskurs von Apollo Star.
Doch die beiden Listensiege waren nur der Anfang einer weiteren Leistungsexplosion. Denn im Premio Emilio Turati in Mailand sowie zuletzt im ICT-Eslam-Cup in Hannover landete der Devil River Peek-Sohn zwei Gruppe-Treffer. Wie auf der Neuen Bult steigt auch jetzt Andreas Helfenbein in den Sattel des von Mario Hofer so glänzend gemanagten Wallachs.
Anderthalb Längen trennten Apollo Star in Hannover von König Turf, der auch auf dem ungeliebten trockenen Boden eine weitere starke Vorstellung zeigte. Nach langer Verletzungspause – 2006 konnte er nur einmal starten – hat der Schützling von Christian Sprengel überhaupt nichts von seinem früheren Können eingebüßt.
Und das mit mehreren Schrauben im Bein! Der vierte Platz in der Badener Meile im Frühjahr war das schlechteste Ergebnis in dieser Saison. Bei allen sieben Starts brachte der Hengst Geld mit für seine Besitzergemeinschaft aus Goslar im Harz. Fünf verschiedene Jockeys stiegen 2007 in den Sattel von König Turf, zum vierten Mal ist in diesem Jahr Torsten Mundry der Partner des endspurtstarken Big Shuffle-Sohnes.
Zuletzt wurde dieses Team guter Dritter hinter den beiden „Überpferden“ Mi Emma (bleibt Köln entgegen ursprünglicher Pläne fern) und Soldier Hollow. Diesmal steht der „König“ 1,5 Kilo günstiger im Rennen gegenüber Apollo Star. Da könnte es auf der Ziellinie sehr eng werden.
Vier Kandidaten nehmen den Kampf mit diesen starken Meilern auf. In Bestform braucht sich der Schlenderhaner Idealist nicht zu verstecken, zumal kein Geringerer als Stephane Pasquier im Sattel sitzt.
Kurioserweise versucht sich der in italienischem Besitz stehende Igor Protti beim 13. Start zum ersten Mal auf einer deutschen Rennbahn. Santiago, vor zwei Jahren in Köln klassischer Sieger im Mehl-Mülhens-Rennen, wird ebenfalls viele Anhänger finden. Aber auch der Tscheche Simple Exhange könnte einen Angriff auf die 40.000 Euro-Siegprämie starten. Auf den verschiedensten Distanzen bewegte der Hengst in dieser Saison schon einiges.












