‚Meine Pferde brauchen oft den ein oder anderen Start, bis sie so richtig ins Rollen kommen in einer neuen Saison.‘ Diesen Satz kennt man von Trainer Hans-Jürgen Gröschel (Foto). Der Erfolg gibt ihm Recht. Denn vorsichtiger Aufbau zeichnet sich aus. Nur wenige Stunden nach dem Erfolg von Turgenjew in der Dreijährigen-Prüfung schnappte sich auch einer seiner Schützlinge das wichtigste Handicap am Samstag in Bremen.
Im mit 8500 Euro ausgestatteten Ausgleich II hatte Gröschel den fünfjährigen Tacamo, einen der wenigen Nachkommen des guten Meilers Jashin, der schon dem Stall Waldheim gehörte, aufgeboten. Und nach einigen ordentlichen Vorstellungen hatte dieser nun beim vierten Start 2009 den vollen Schliff.
Unter Manuela Murke, die aktuell eine bemerkenswerte Ausbeute vorweisen kann, kam die 60:10-Chance außen früh in vordere Linie hinter dem führenden Birthday Lion.
In der Distanz zog der Gast aus Hannover in Front und bekam die Angelegenheit sicher geregelt, auch wenn die Röttgenerin Anna Royal außen von weit hinten noch heranstürmte. Dritter wurde Irish Rock vor dem ebenfalls erst spät auf Touren kommenden Siegmund.
Ein Zwei-Pferde-Rennen wurde erwartungsgemäß das einleitende Altersgewichtsrennen über 2100 Meter. Nach Klasse konnten nur der Ex-Derby-Kandidat Next Style und der Hoppegartener Gast und frische Sieger Mauritino diese Prüfung gewinnen. Und beide lösten sich auch schon in vorentscheidender Phase von der Drittplatzierten Bise japonaise.
Lange sah es günstig für den Piloten Next Style aus, doch in der Distanz stürmte das Höchstgewicht Mauritino aus dem Stall von Rolanz Dzubasz mit Alexander Pietsch im Sattel auch ihm davon und brachte seinem Anhang noch die gute Quote von 26:10.
Damit landete der Dashing Blade-Sohn den zweiten Bremen-Treffer innerhalb weniger Wochen.
So richtig viel war Pavel Bradiks Marilyn in der laufenden Saison noch nicht gelungen, und dennoch war am Samstag erneut einiges Vertrauen auf sie unterwegs. 60:10 notierte der Ritt von Eugen Frank im 2200 Meter-Ausgleich III. Und die Lady kam ausgesprochen locker gegen Sheldon und Rheinberger zum Zuge.
Der Knoten geplatzt ist bei Andreas Trybuhls Lundgren, der unter Caroline Fuchs als 20:10-Favorit in einer 2100 Meter-Prüfung schon seinen dritten Treffer hintereinander schaffte, und nach der Manier des Erfolges scheint ein Ende der Serie noch nicht in Sicht.
Das Zielfoto musste beim Finale des 1600 Meter-Ausgleiches III zu Hilfe genommen werden. Denn der vom Start weg führende Bentos (Stephen Hellyn/Jan Pubben, 78:10) rettete sich gerade so eben ggen die Riesenaußenseiterin Esposita Rheinberg und Giardini über die Linie, während Acidici mit schwungvoller Attacke nur noch auf Platz vier vorstieß.
Die beiden Favoriten waren dagegen im Jagdrennen unter sich, wobei im Gegensatz zu ihrer kürzlichen Auseinandersertzung Supervisor aus dem Schmock-Quartier (Julian Marinov, 23:10) gegen den lange führenden Bernaar zuletzt noch klar die Oberhand behielt, während Boccatus als Dritter ebenfalls der Form entsprach.
‚Supervisor fühlt sich in Bremen richtig wohl, vielleicht machen wir hier weiter, er könnte in diesem Jahr auch einmal in Frankreich antreten‘, erklärte seine Besitzerin und Trainerin.
Bei relativ kühlem Wetter wurden am Totalisator 110.120,50 Euro umgesetzt, wobei 64.662 von außen gewettet wurden, was 58,7 % entspricht.











