Münchens bestes Rennpferd heißt schon seit einiger Zeit Poseidon Adventure (Foto). Der Sadler´s Wells-Sohn des Stalles Salzburg aus dem Stall von Wolfgang Figge zeigte in der Vergangenheit auf den verschiedensten Schauplätzen Glanzleistungen in Serie. Doch mit dem Gewinnen wollte es schon lange nicht mehr klappen.
Auch 2008 sollte diese Pechsträhne nicht enden, denn auch im Preis von Europa hatte er den Sieg vor Augen, ehe sich die Stute Baila me wieder vorbeiraufte.
Doch am Donnerstag endete auf seiner Heimatbahn in Riem endlich diese Durststrecke. Wolfgang Figge bot seinen sechsjährigen Crack im Preis der Nürnberger Versicherungsgruppe auf, einem mit 20.000 Euro dotierten Listenrennen über 2800 Meter, womit es sich um das längste Flachrennen der bayerischen Landeshauptstadt handelte (Video ansehen).
Und hier zeigte der 24:10-Co-Favorit auch auf ungewohnt weiter Strecke, zu welchen Vorstellungen er in der Lage ist. Während Limatus eine Höllenfahrt vorgelegt hatte, seinen riesigen Vorsprung aber schon ausgangs des Schlussbogens völlig eingebüßt hatte, wartete Karoly Kerekes auf Poseidon Adventure ruhig an letzter Stelle den Gang der Dinge ab.
Im Einlauf zog zunächst der Derby-Fünfte Satier weiter, auch Valdino blieb dabei, doch als in der Distanz ganz außen der Figge-Schütz heranstürmte, war die Entscheidung sofort gefallen.
Wie ein Pferd anderer Klasse degradierte er die Konkurrenz zu Statisten und siegte in bestechender Manier. Gut möglich, dass seine Zukunft sogar auf Extremdistanzen liegt. Man hat nun eventuell mehrere Optionen, könnte in Hamburg in den Hansa-Preis oder den Langen Hamburger gehen.
Valdino lief etwas besser als zuletzt und schnappte sich den Ehrenplatz, hatte aber gegen den Sieger nicht den Hauch einer Chance. Der Vierjährige, bei dem die schwachen ersten zwei Saisonleistungen von einigen Seiten auf den Jockey geschoben worden sind, scheint ganz einfach nicht das Pferd aus dem Vorjahr zu sein. Der nach Kastrationspause Satier meldete sich mit einer starken Form zurück. Free Minded steckte bald auf, was noch mehr für Limatus und den völlig überforderten Zanndar galt.
Einen standesgemäßen Auftakt gab es durch den Sieg des schon auf Gruppe-Parkett erfolgreichen Mharadono (Norman Richter/Peter Hirschberger), der in einem Altersgewichtsrennen über 1600 Meter vorne immer wieder gegen Don Carinio und Zoran zulegen konnte. In den letzten Sekunden vor dem Start wurde der Sechsjährige noch auf 12:10 heruntergewettet!
So richtig der Knoten geplatzt ist nach der Kastration bei Werner Glanz´ Schützling Lukien, der unter Bettina Streu als Top-Favorit mit der Konkurrenz im Ausgleich III wenig Federlesens machte.
Ähnlich umschreiben kann man auch die Entwicklung des Park Wiedingers Dandaloo (Norman Richter/Jutta Mayer, 31:10). In einem 2000 Meter-Ausgleich III bezwang der frische Badener Gewinner dank starker Reserven Argenta und den deutlicher zurück einkommenden Floribundus noch sehr sicher.
In der abschließenden Kategorie F-Prüfung über 2200 Meter meldete sich der ehemalige Derby-Starter Anton Chekhov (Eugen Frank/Werner Glanz) mit einem nie gefährdeten Erfolg aus einer langen Pause zurück.










