Der geplante, aber umstrittene Verkauf eines Teils der Galopprennbahn in Riem beschäftigt jetzt auch die Münchner Justiz: Wie die Staatsanwaltschaft bestätigte, durchsuchten Vertreter ihrer Behörde am vergangenen Freitag mehrere Objekte, unter anderem die Geschäftsstelle des Münchner Rennvereins (MRV) auf dem Bahngelände, und stellten dabei Unterlagen sicher.
Auslöser der Aktion sei eine Anzeige gegen den MRV-Präsidenten Norbert Poth und eine weitere Person, deren Namen die Staatsanwaltschaft nicht nannte. Der Vorwurf laute auf Untreue, die Anzeige sei aus den Reihen des Vereins gestellt worden, so die Strafverfolgungsbehörde.
Hintergrund ist der von Poth betriebene Verkauf eines rund 40 Hektar großen Grundstücks an den Investor Erich Schwaiger, dessen Millionenerlös die Existenz der Rennbahn langfristig sichern soll. Für eine Kaufoption bis 2033 sieht der Deal Zahlungen von 2,25 Millionen bis Ende 2012 und ab 2018 von 400 000 Euro pro Jahr vor.
Sollte die Fläche als Bauland ausgewiesen werden, würden 64 Millionen Euro fällig. Im Zuge ständig sinkender Wetteinnahmen kämpft der MRV seit Jahren um das wirtschaftliche Überleben. In einer eigens einberufenen Mitgliederversammlung am 13. September scheiterte der Präsident allerdings mit seinen Plänen.
Anstelle die nötige Dreiviertel-Mehrheit zu erzielen, lehnte die Mehrzahl der Mitglieder den Verkauf ab. Unter anderem sprach sich der ehemalige MRV-Präsident Dietrich von Boetticher dafür aus, den Verkauf zu verschieben, da bei einer sinnvollen Entwicklung des Geländes zu Bauland ein deutlich höherer Erlös zu erzielen sei als ihn der Schwaiger-Vertrag vorsehe.
Darüber hinaus liegen dem MRV zwei weitere Kaufangebote mit besseren Konditionen vor, darunter eines seines ehemaligen Vorstandsmitglieds Helmut von Finck. Poth sagte zu der Durchsuchung, „es gibt Mitglieder, die das Präsidentenamt übernehmen wollen und dazu ist ihnen jedes Mittel recht‘.
Mit der Anzeige „testen Sie meine Stressresistenz“. In der Regel stelle die Staatsanwaltschaft solche Verfahren „schnell wieder ein“. Poth erklärte, trotz des ablehnenden Mitgliedervotums das Grundstücksgeschäft mit Schwaiger weiter vorantreiben zu wollen.
Er verstehe zwar, dass „sich die Mitglieder übergangen fühlen, aber dennoch ist es der einzig richtige Weg“. Die Behauptung, die Fläche werde unter Wert verkauft, sei falsch, so Poth und verwies auf eine Ankündigung von Oberbürgermeister Christian Ude, der zufolge die Stadt eine umfangreiche Überplanung des Münchner Ostens anstrebt. Damit könnte das Einfrieren der Grundstückspreise verbunden sein.









