Obwohl der Münchner Rennverein (MRV) zum ersten Mal seit vielen Jahren ohne Schulden in die neue Galopprennsaison geht, herrscht demonstrative Nüchternheit auf der Riemer Bahn. Zusätzliche Renntage angesichts der deutlich entspannten Finanzlage? Dazu gebe es keinen Anlass, machte MRV-Präsident Wolfgang Wille unmittelbar vor dem ersten Renntag am kommenden Sonntag deutlich.
Es bleibt wie im vergangenen Jahr bei zwölf Renntagen. „Alles andere sind ungelegte Eier“, trat Wille vehement auf die Euphoriebremse. Zwar hat sich der Verein durch einen Grundstückverkauf saniert, doch der jahrelange zähe Verhandlungspoker hat Spuren beim Präsidenten hinterlassen. „Wir waren praktisch am Ende.“
Allein die Tatsache, dass der Verein nun nicht mehr unter einer Zinslast von etwa 500 000 Euro jährlich leide, sei von großem Vorteil. „Da werden wir jetzt nicht leichtsinnig werden und über unsere Verhältnisse leben.“
Dennoch gibt es Veränderungen. So stellte der MRV als letzter der großen Veranstalter auf neue Wettkassen um. Ein Vorteil: Einfache Wettarten können Wetter jetzt per Zuruf platzieren. Neu sind außerdem die Gewinnprämien für das Trainer- und Jockeychampionat. Dabei werden am Ende der Saison 8000 Euro je Wettbewerb ausgeschüttet, der Sieger erhält 5000 Euro. Initiator und Sponsor ist Hans Gerd Wernicke, einer der großen Münchner Besitzer.
„Damit wollen wir auch auswärtige Trainer und Spitzenjockeys nach München locken“, erklärte er. Sein erfolgreichstes Pferd, Stutenderby-Siegerin Night Magic, steht am Sonntag im Mittelpunkt des Renntags: Die erst vor kurzem zum „Galopper des Jahres“ gewählte Vierjährige wird auf der Bahn präsentiert.










