Mailand-Start war wohl Quijanos Abschiedsvorstellung

Nun also doch. In Mailand auf der San Siro Bahn hat man wohl den letzten Start des Fährhofer Globetrotters und Spitzengaloppers Quijano gesehen. Auch wenn sein Umfeld für den achtjährigen Wallach nochmals eine Nennung bei den im Dezember stattfindenden Hong Kong International Races abgegeben hat. Vieles spicht nunmehr für einen „Halbruhestand“,wie Racing Manager Simon Stokes die Zukunft des Fährhofer Paradegaloppers nannte.

„Montag morgen ist er bei einem Zwischenstopp in Iffezheim bereits geführt worden und stand im Übrigen gut an der Krippe. Man soll ja niemals nie sagen, aber ich denke, das er nun in so eine Art Halbrente zu mir kommt. Das heißt, er wird jeden Tag geritten bzw.leicht trainiert und wird Führpferd für unseren Nachwuchs und kommt auch jeden Tag auf die Weide“, schildert Simon Stokes die weiteren Pläne mit Quijano“.

Die Form von Mailand, ein siebter Rang von neun Startern, ist getrost zu streichen. Zu intensiv hatte lang anhaltender Regen das Geläuf in schweren Boden verwandelt, so daß Quijano zwar auf der Gegenseite, wo der Boden offensichtlich noch in einem passablen Zustand war, ordentlich mit galoppierte, doch Ende des Schlussbogens musste Asterblüte-Stalljockey Andrasch Starke den Acatenango-Sohn bereits bemühen.

„Wir wussten vorher, dass er mit weichem Boden keine Probleme haben würde, doch was in Mailand an Regen runtergekommen war und den Boden tief erscheinen ließ, dafür kann das Pferd nun wirklich nichts. Nun waren wir jedoch einmal angereist, im Rennen selbst hatte ihm Andrasch auch eine gute Postion unterwegs an dritter, vierter Stelle serviert.

Nur als es in der Zielgeraden zur Sache ging, hat sich das Pferd „eingebuddelt“, so dass ihn Andrasch auf den letzten 300 Metern dann auch richtigerweise früh in Ruhe gelassen hat“, schildert Simon Stokes, der selbst live vor Ort war, die Geschenisse am Galopponline-Telefon.

40 Starts, 14 Siege, 11 Plätze. Eine beeindruckende Karriere, die eher unscheinbar als Hengst begann, dann aber, nachdem Quijano gelegt worden war, mit 10 Rennen in Serie ohne Niederlage 2006/2007 großartige Momente bescherte. Gerade seine Auftritte in der Wüste in Nad al Sheba mit dem Höhepunkt des zur Gruppe III zählenden City of Gold-Rennens bleiben unvergessen.

Die Gruppe I-Treffer im Großen Preis von Baden oder die beiden Triumphe im Gran Premio di Milano 2008 und 2009 waren nicht nur lukrative Treffer, sondern auch Erfolge für die Geschichtsbücher.

Auch im kanadischen Woodbine kam die Form im reifen Alter von sieben noch einmal zurück. Quijano landete auf Rang zwei hinter Just as Well, nur ein Hals verhinderte einen weiteren Gruppe I-Treffer. Und auch in seinem sechsten Rennjahr kam der Grand Prix-Galopper nochmal so richtig in Fahrt.

Über Hamburg, Köln, Baden-Baden und wieder nach Köln gab es auf höchster Ebene für die deutschen Turffans nochmals sehenswerte Platzierungen zu bewundern, eine Abschiedstournee, die mit einem dritten Rang im Preis von Europa für die deutschen Fans endete und die jetzt auf der San Siro-Bahn, dem Ort wo er zwei Mal Gruppe I gewann, womöglich endgültig zu Ende ging.

Nächste Renntage

Galopprennen in Deutschland
Do., 23.07.Bad Harzburg
Sa., 25.07.Bad Harzburg, Erbach
So., 26.07.München, Bad Harzburg
Fr., 31.07.Zweibrücken
Sa., 01.08.Köln
So., 02.08.Dresden, Düsseldorf
Galopprennen in Frankreich
Mi., 22.07.Vichy, Saint-Malo, Clairefontaine
Do., 23.07.Vichy, Mont de Marsan
Fr., 24.07.Vichy, Lion d’Angers
Sa., 25.07.Vichy
So., 26.07.Le Touquet, La Teste
Mo., 27.07.Vittel, Clairefontaine