Die Gruppe-Saison geht in Deutschland in ihre heiße Phase. Zum sechsten Mal versuchte sich am Sonntag der von Erika Mäder (Foto) trainierte Dreijährige Lucidor auf dieser Ebene. Ein voller Erfolg wollte sich bislang nie einstellen, doch hatte der Zafonic-Sohn das Pech auch mehrfach gepachtet.
Die Wetter hatten ihn bei einem Kurs von 39:10 zum zweiten Favoriten gemacht, doch das meiste Vertrauen galt natürlich dem Schlenderhaner Idealist. Trotz einer Pause von mehreren Monaten stand der Hengst nach Klasse ein wenig heraus, aber die 19:10-Chance wirkte noch etwas rückständig, musste die Bühne einem glänzend aufgelegten Lucidor überlassen.
Eduardo Pedroza im Sattel der Mäder-Hoffnung vertraute auf den gewaltigen Speed des Capricorn-Vertreters und lag damit goldrichtig. Von einem der letzten Plätze rollte Lucidor das Feld auf, kam noch überaus sicher zu seinem ersten Gruppe-Sieg.
Der Färhofer Madresal endete unter dem scheidenden Schiergen-Stalljockey William Mongil zügig und passierte den lange standhaltenden Piloten Apollo Star (Andreas Boschert). Erst auf dem vierten Platz kam Idealist ein, der schon unterwegs immer geritten werden musste.
Damit endet die Saison sehr versöhnlich für den Stall Capricorn, hatte doch erst vor wenigen Tagen Smokejumper das Ferdinand Leisten-Memorial in Iffezheim gewonnen.
‚Das Rennen im Frühjahr in München steckte ihm lange in den Knochen. Eddy hat ihn heute super geritten, das schnelle Rennen war genau passend. Wenn es nach mir geht, machen wir nun Winterpause‘, erklärte Erika Mäder.
Schlenderhans Racing Manager Pail Harley sagte: ‚Idealist hatte immer wieder gesundheitliche Probleme. Ihm hat das Rennen noch gefehlt. Er hätte auch anderen Boden gebraucht.‘
Die Pedigree-Kenner dürften ins Schwärmen geraten. Der Vater Monsun, die Mutter Elle Danzig. Viel besser als El Comodin kann man eigentlich nicht gezogen sein. Georg Baron von Ullmanns Zweijähriger, der der Zucht des Gestüts Wittekindshof entstammt, genoss bei seinem Erstauftritt in der Maidenklasse natürlich riesiges Vertrauen.
Und als 15:10-Favorit spielte der von Peter Schiergen trainierte und von Terry Hellier gerittene Hengst auch mit der Konkurrenz. Vorneweg entfernte sich der Fuchs, der auch blendend aussah, von seinem Trainingsgefährten Emporio sowie dem Außenseiter Kampino und dürfte vor einer sehr guten Zukunft stehen.
Bestens angenommen wurde von den Ställen das Jagdrennen (Preis von Bremen, Listenrennen, 12.000 Euro, 4200 m) mit echten Assen über Sprünge. Eine Gala-Vorstellung zeigte hier der von Reinhard Johannsmann erstmals nach langer Zeit wieder über Sprünge aufgebotene Kamato.
Unter Roman Mackowiak galoppierte der einstige Bäder-Preis-Sieger die Gegner aus den Schuhen. Weder Allegan, noch Ajesha besaßen gegen ihn auch nur den Hauch einer Möglichkeit. Ganz zu schweigen von dem heißen Favoriten Quartier Latin, der den Kurs nicht beenden konnte.
Das Team Andreas Boschert/Uwe Ostmann schwimmt weiter auf einer Welle des Erfolges. Diesmal schaffte man einen Doppelerfolg. Nach Vive madame behauptete sich der klare Favorit Turfshuffle im Ausgleich II völlig souverän gegen Don Carinio und Mouton d´or. Da sollte für kommende Saison noch manches machbar sein für den nahen Verwandten von Turfkönig.











