Lord Hill auf dem Gipfel: Sensationeller Coup in M?nchen

Der Herbst ist die Zeit der Überraschungen. Davon konnten sich die Turffreunde am Sonntag wieder einmal überzeugen. Denn viele Namen kursierten im Vorfeld als Siegkandidaten für das Charly Seiffert-Memorial – BBAG Auktionsrennen München.

Doch der spätere Gewinner zählte ebenso wie sein Runner-up zu den krassen Außenseitern im starken 12-er-Feld dieses mit 50.000 Euro dotierten Zweijährigenrennens über 1600 Meter in Riem.

Bis weit in den Einlauf und fast sogar bis kurz vor der Ziellinie schien der 384:10-Außenseiter Aturo (Wladimir Panov) nach Hause kommen zu können. Zahlreiche Längen hatte der Schützling von Christian Sprengel zwischen sich und die Konkurrenten gelegt, nähern konnte sich ihm zunächst keiner.

Doch auf den allerletzten Metern rauschte der Tiger Hill-Sohn Lord Hill im Besitz des Stalles Enorm in Form heran, war wirklich enorm in Form. Dabei hatte er bei seinen bisherigen Versuchen noch nicht die Welt bewegt, war allerdings in Iffezheim durch Startverlust entscheidend gehandicapt.

Carolin Lippert (Foto),die für den nicht angereisten Italiener Mario Monteriso eingesprungen war, machte alles richtig und kam mit der 130:10-Chance sicher gegen den noch deutlich länger stehenden Gegner nach Hause. Es gehört schon zu den Raritäten, dass die junge Reiterin und Trainer Clemens Zeitz, der in Frankfurt ein übersichtliches Lot vorbereitet, zusammen nach solch einem Rennen auf dem Treppchen stehen.

Der etwas schwerfällige, aber noch stark auf Touren kommende Emporio holte sich noch Rang drei, während der überraschend als Favorit angetretene Mashour aus bester Lage nicht weiterkam und das Höchstgewicht Smokejumper (Erika Mäder: ‚Er kam mit dem weichen Boden nicht zurecht‘) nie eine Möglichkeit besaß.

Die Zweierwette brachte 19.539, die Dreierwette stolze 34.688:10 Euro!

‚Er ist ein gutes Pferd, das auch 2000 Meter problemlos bewältigen sollte‘, erklärte Lord Hills Trainer Clemens Zeitz. ‚Ich hatte schon in Baden-Baden Mumm, doch Aturo ist in der Box neben ihm damals gestiegen, unser Pferd hatte Boden verloren, wir haben schon gedacht, er sei verletzt.‘

Gleich zu Beginn der von Aprilwetter begleiteten letzten Veranstaltung 2006 in München standen die Zweijährigen im Blickpunkt. Mit einem ungefährdeten Neun-Längen-Erfolg des mitfavorisierten Protektor-Sohnes Peredur (35:10) unter Champion Filip Minarik ging der Sieg in das Hoppegartener Quartier von Martin Rölke. Auf den Plätzen landeten Bella Platina und Nequito.

Enorm viel Geld gab es auf den Sieg des gerade in Wien erfolgreichen Klabautermann (436:10) im Amateurreiten, das er unter Melanie Honis noch klar nach Hause brachte.

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