Lindenthaler auf den Spuren von Lando und Lomitas?

Es gibt Zweijährigen-Rennen, die schaut man sich genauer an. Natürlich die Siegerrennen, doch auch in dieser Sparte gibt es unterschiedliche Wertigkeiten, wie die Historie zeigt. Zu den wirklich hoch anzusiedelnden Zweijährigen-Prüfungen zählt der Düsseldorfer Junioren-Preis. Diese Prüfung war schon in der Tat die Geburtsstätte zahlreicher großer Stars (Zum Langzeitmarkt)

Auch spätere Derby-Sieger hatten auf dem Grafenberg ihren ersten großen Auftritt. Blättern wir in die 50er-Jahre zurück, als Gestüt Astas Kilometer gewann und unter Hein Bollow im Jahr darauf zum Derby-Sieger aufstieg. Auch die große Thila, berühmt als erster „Galopper des Jahres“ im deutschen Turf, siegte im Junioren-Preis.

Gestüt Schlenderhans bis zum Derby-Sieg stets unterschätzter Alpenkönig gewann den Junioren-Preis unter Fritz Drechsler, der im legendären Derby jedoch Lombard die Treue gehalten hatte. Kondor setzte sich unter Peter Remmert als noch siegloses Pferd auf dem Grafenberg durch, im Derby scheiterte er als Favorit, stieg aber zum Preis von Europa-Sieger auf.

Zu Beginn der 90er Jahre wurde der Junioren-Preis zum Meilenstein in der Karriere von drei Pferden, die später den deutschen Turf entscheidend mitprägten. 1990 setzte sich Gestüt Fährhofs Lomitas durch, ein Jahr später gewann Stall Steigenbergers Platini. Beide gingen jeweils als heiße Favoriten ins Deutsche Derby, doch konnte weder Platini den Elfmeter auf dem Horner Moor verwandeln, wie auch Lomitas am Riesenaußenseiter Temporal scheiterte.

Besser machte es der Ittlinger Lando. Der Junioren-Preis-Sieger von 1992 scheiterte auf dem Weg zum Deutschen Derby ein ums andere Mal, war am Derby-Tag längst vergessen, als er unter Andrzej Tylicki am ersten Juli-Sonntag das Derby-Feld von hinten aufrollte und als Sensationssieger hervorging.

Als Baron von Ullmanns Sumitas 1998 im Junioren-Preis siegte, stieg auch er schnell zum Derby-Favoriten auf, entwickelte sich zum Gruppe-I-Pferd, ohne allerdings einen Treffer auf diesem Parkett landen zu können. Etliche zweite Plätze – unter anderem zu Superstar Dubai Millennium – reihten sich auf dieser Ebene bei dem Lomitas-Sohn an.

Die letzten großen Sieger des Junioren-Preises sind Soldier Hollow, der 2002 unter Lennart Hammer-Hansen gewann, und zwei Jahre später Schlenderhans Idealist. Aber auch aufgepasst. Auch die Platzierten haben teils eine bemerkenswerte Karriere hingelegt. So war der spätere Derby-Sieger Dai Jin 2002 lediglich Dritter im Junioren-Preis. Also, Achtung, Junioren-Preis. Wird er erneut die Geburtsstunde eines neuen Supercracks? Ob es der Sieger oder die platzierte Pferde sind?

Am kommenden Sonntag dürfte Gestüt Ebbelohs Lindenthaler im Junioren-Preis als Favorit in die Startboxen einrücken. Der von Peter Schiergen trainierte und von Andrasch Starke gerittene Azamour-Sohn siegte in Iffezheim bei seinem Erstauftritt in ganz großer Manier. Nun könnte Lindenthaler Sonntag in Düsseldorf auf den Spuren von Lando,Lomitas und C0. wandeln.

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