Langtang: Von Krefeld aus zum Derby-Sieg?

Seit 67 Jahren ist das Dr. Busch-Memorial einer der absoluten Höhepunkte im Krefelder Rennjahr. Früher unter dem Namen Paul Döring-Rennen gelaufen treffen sich hier jedes Jahr im April dreijährige Pferde der allerbesten Sorte. Aber diese Hoffnungsträger kämpfen nicht nur um Gruppe III-Ehren und 55.000 Euro an Rennpreisen auf der 1.700 Meter-Distanz. Hier geht es darum, Eindruck zu machen für künftige Ereignisse der hiesigen Rennsaison, wie natürlich in allererster Linie das Derby im Juli in Hamburg (Zum Langzeitmarkt).

Das wird auch an diesem Sonntag so sein, wenn ein erlesenes Feld in die Boxen der Stadtwald-Rennbahn einrückt und auch die Top-Jockeys, wie Adrie de Vries oder Andrasch Starke in den Sattel steigen. De Vries gibt übrigens diesmal im Galopp+Insider im RaceBets Blog Auskünfte über seine Karriere und Pläne, wie viele andere Top-Aktive des Galopprennsports Woche für Woche (Zur Rubrik).

Ein Name steht in beiden RaceBets-Wettmärkten auf der Pole-Position: Langtang, bei drei Starts zweimal erfolgreicher Hengst aus der Zucht der Stiftung Gestüt Fährhof und in deren Gemeinschaftsbesitz mit dem früheren VFL Wolfsburg-Manager Klaus Allofs. Was sich wie ein Gericht beim chinesischen Schnellimbiss anhört, ist stattdessen der Name des derzeit prominentesten Nachwuchsgaloppers. Wer den Sohn des Top-Beschälers Campanologist beim Erfolg im Preis des Winterfavoriten gesehen hat, der traut ihm auch im Busch-Memorial alles zu (Zum Rennen).

Und auch in der Zukunft stehen Langtang alle Türen offen. 2013 mit Chopin, der später in Katar auftrumpfte, als er nach Bahrain gewechselt war, und kürzlich leider aufgegeben werden musste, und 2015 mit Karpino war Trainer Andreas Wöhler in jüngster Zeit hier bereits erfolgreich. Karpino war es auch, der wie sein 2014er-Vorgänger Lucky Lion nach dem Sieg in Krefeld das klassische Mehl-Mülhens-Rennen gewann. Erstgenannter verletzte sich leider anschließend und war nicht mehr am Ablauf, während Lucky Lion seine Laufbahn, die einen Gruppe I-Sieg einschloss, beendete und inzwischen als Deckhengst eine neue Karriere eingeschlagen hat.

In Köln schlug Langtang, der anstelle des gesperrten Eduardo Pedroza nun von Jozef Bojko geritten wird, Fulminato, der für Altmeister Andreas Löwe in dem Domstadt-Kracher noch sehr viel Boden gutmachte. 2012 holte sich für denselben Besitzer, das Gestüt Winterhauch, Amaron das Busch-Memorial, vielleicht ist das ein gutes Omen für den Schützling des neuen Trainers und einstigen Klassejockeys Andreas Suborics. Der mit blendender Form aus Japan zurückgekehrte Star-Jockey Andrasch Starke wird sicher alles versuchen, um näher an Langtang dran zu sein als in der Domstadt.

Für das Derby kommt neben Langtang auch der Krefeld-Starter Colomano (Martin Seidl) in Betracht, der für den Stall Reckendorf mit dem Herzog von Ratibor-Rennen schon ein Grupperennen auf der Krefelder Bahn 2016 gewonnen hat. Auch er hat mit Langtang noch eine Rechnung offen, denn er scheiterte im Preis des Winterfavoriten eindeutig am Rennverlauf.

Colomanos Trainer Markus Klug hat aber noch zwei andere Pferde im Rennen: Während der Hengst mit dem kölschen Namen Ming Jung nur Außenseiter ist, fand der Röttgener Dia Del Sol sogar das Vertrauen von Stalljockey Adrie de Vries (Zum Artikel).

Mit einem 200.000 Euro-Auktionsrennen in Baden-Baden gegen Dragon Lips sicherte er sich in Baden-Baden schon ein lukratives Rennen, ist allerdings eher ein Pferd für Strecken rund um die Meile. Das Team De Vries/Klug war hier 2016 Zweiter mit El Loco, ebenfalls in den Röttgener Farben, minimalen Rückstand hatte dieser auf Millowitsch, der damit das Klug-Doppel anführte. Andreas Helfenbein saß damals im Sattel, der nun Ming Jungs Partner ist.

Dia Del Sol trennt auch nicht viel von Kauttio, der in Köln einmal hauchdünn das Nachsehen hatte, und unter dem Italiener Daniele Porcu die zweite Hoffnung Andreas Wöhlers ist, der derzeit wieder so richtig abräumt in den Top-Rennen. Inzwischen ist dieser auch selbst erfolgreich gewesen (passenderweise in Krefeld).

Erwähnen muss man auch noch Shinzaro für das Gestüt Brümmerhof der Familie Baum. Mit dem in Skandinavien tätigen Oliver Wilson im Sattel kann der bisher erst einmal gelaufene Hengst durchaus seine Weste für Trainer Dominik Moser aus Hannover verteidigen. Auch eine Derby-Nennung besitzt er noch.

Mit Samum 2000 und Next Desert 2002 waren zwei spätere Derbysieger im neuen Millennium zuvor im Dr. Busch-Memorial erfolgreich. Vielleicht kann Langtang oder ein anderer diese Durststrecke beenden. Zuzutrauen ist er vor allem dem Allofs-Ass.

Am Montag können Sie im Blog von RaceBets sehen, wer in Krefeld die Nase vorne hatte, im neuen Galopp-Rückblick!

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