Lady Jane Digby heißt die Siegerin des Großen Dallmayr-Preises 2010 in München-Riem und damit hätten wohl die wenigsten deutschen Turf-Fans gerechnet. Denn die von Greg Fairley gerittene vierjährige Oasis Dream-Stute aus dem Besitz und der Zucht von Kirsten Rausing kam mit kaum überzeugenden Leistungen nach Deutschland, zeigte in der bayerischen Hauptstadt aber eine starke kämpferische Leistung, die ihr den Gruppe I-Treffer einbrachte.
Münchens bestes Pferd aller Zeiten, Night Magic, hatte sich angeschickt, das Jahres-Highlight in München-Riem endlich einmal in der Heimat zu behalten, doch fand die Sholokhov-Tochter unter Karoly Kerekes in der entscheidenden Phase zunächst nicht auf frei Bahn und kam dann zuletzt nicht mehr an die in England trainierte Siegerin, die 121:10 auf Sieg zahlte, heran.
‚Night Magic ist unglücklich geschlagen Zweite geworden. 300 Meter vor dem Ziel saß sie rettungslos fest, konnte sich nicht frei entfalten. Ich mache dem Jockey keinen Vorwurf, das ist Galopprennsport. Lady Jane Digby hat sich zum rechten Zeitpunkt vorne abgesetzt. Unsere Stute kann nur galoppieren und nicht fliegen‘, sagte Wolfgang Figge, der auch mit dem zweiten Platz seiner Ausnahme-Stute zufrieden war.
Im 155.000 Euro-Rennen, das über 2000 Meter und auf Gruppe I-Level entschieden wurde, belegte der Favorit Alexandros aus dem Godolphin-Imperium nur den dritten Platz. Frankie Dettori arbeitete bereits recht früh auf dem fünfjährigem Kingmambo-Sohn, der allerdings gut reagierte und immer weiter stiefelte, letztlich aber gegen Lady Jane Digby kein Mittel fand.
Liang Kay (Y. Lerner) verkaufte sich als Vierter sehr teuer, er und der fünftplatzierte Scolari (T. Hellier) hatten in der Distanz starke Szenen, standen diese dann aber nicht ganz durch. Dennoch hielten sich beide Pferde sehr ordentlich.
Auch im Camp von White Lightning (A. Pietsch) wird man mit dem sechsten Platz zufrieden sein. Gestüt Bonas Norderney (A. Starke) kam nie aus den hinteren Regionen weg und auch Noble Alpha (T. Durcan) war bald von der Szenerie verschwunden, als es zur Sache ging.
Große Rätsel gab die Vorstellung des Mitfavoriten Querari (E. Pedroza) auf, der nur als Letzter der neun Titel-Anwärter im Ziel einkam, nachdem er unterwegs zunächst in bester Lage marschiert war (Video ansehen).
‚Das war heute nicht der Querari, den wir alle kennen. Er ist deutlich besser, als diese Platzierung aussagt. Wir werden ihn in aller Ruhe durchchecken und dann hoffentlich schlauer sein, warum Querari heute nicht so gut gelaufen ist‘, sagte ein enttäuschter Simon Stokes, Racing Manager der Stiftung Gestüt Fährhof, gegenüber GaloppOnline.de
Der Umsatz am Dallmayr-Renntag 2010 betrug exakt 350.524,85 Euro, wovon 115.240,85 Euro von außen auf die Rennbahn vermittelt wurden. In Anbetracht der schwierigen Zeiten war der Rennverein damit nicht unzufrieden.










