Kr?nungstag der Stuten: Das Memorial mit Top-Besetzung

„Mit Walther J. Jacobs begann der Weg der Bremer Galopprennbahn heraus aus einer gewissen Provinzialität“, hieß es in einem großen Special über eine der Top-Persönlichkeiten des deutschen Turfs. Anlass war der 100. Geburtstag des früheren Fährhofer Gestütsherrn, hocherfolgreichen Züchters und Unternehmers und Präsidenten der Bremer Vahr. Ohne Walther J. Jacobs wäre der Turf in der Hansestadt nicht so gut aufgestellt wie jetzt, möglicherweise würde es ihn gar nicht mehr geben.

Über einige Jahre wurde in Erinnerung an den 1998 verstorbenen Jacobs eine wichtige Derby-Vorprüfung abgehalten, inzwischen handelt es sich bei dem Memorial um einen Stutenpreis. 50.000 Euro stehen über der Gruppe III-Prüfung, die über 2200 Meter führt und ihre Anziehungskraft nicht verfehlt hat.

Denn die meisten der acht Ladies besitzen ausgezeichnetes Format, sind schon erfolgreich auf Black Type-Jagd gegangen. Man denke nur an die Ebbesloherin Avanti Polonia (Foto, Andrasch Starke), die nach ihrem Erfolg im Fährhofer Stutenpreis in Hamburg sicher mit allerersten Chancen engagiert ist, zumal die Form von Trainer Peter Schiergen und Jockey Andrasch Starke glänzend ist.

Nur einen Kopf hinter der Polish Precedent-Tochter landete in Hamburg Neele, die den Sprung aus dem Handicap in die bessere Klasse schnell meistern konnte. Horst Steinmetz vertraut nun auf Eduardo Pedroza im Sattel der Fuchsstute, die auch anschließend im Prix de Psyche als Fünfte mehr als ordentlich abschnitt.

Das Gestüt Ittlingen und Trainer Mario Hofer sind sogar doppelt vertreten, sowohl Red Diva (die Wahl von Andreas Suborics), als auch Scatina (Alessandro Schikora) können ganz weit vorne landen. Red Diva überzeugte zuletzt als Vierte in einem Listenrennen in Longchamp.

Zuvor hatte sie in den Oaks d´Italia einen miserablen Rennverlauf, als Scatina, die vorher schon Gruppesiegerin war, gute Dritte wurde. Man sollte die Samum-Tochter nicht an ihrer schwächeren Vorstellung in den Lancashire Oaks (Gruppe II) in Newmarket messen.
Zum Lager der fünf Dreijährigen, die gegen drei ältere Kandidatinnen antreten, gehört mit Majounes Song (Jean-Pierre Guillambert) auch eine Lady aus dem englischen Quartier des reisefreudigen Mark Johnston.

Man kennt die Singspiel-Tochter noch von ihrem dritten Rang im Festa-Rennen beim Iffezheimer Frühjahrs-Meeting, Zuletzt kam sie in ihrer Heimat nicht so richtig von der Stelle.

Fünf Kilo mehr schultern müssen altersbedingt die drei übrigen Teilnehmerinnen, von denen die Brümmerhoferin La Dancia Favoritin werden könnte und durchaus den zweiten Gruppesieg ihrer Karriere landen könnte. Ihr vierter Platz, dicht bei Mandesha und Macleya, die die Form enorm aufgewertet haben, im Prix Corrida (Gruppe II) in Saint-Cloud konnte sich mehr als sehen lassen.

Über jeden Zweifel erhaben ist auch die Form der Schlenderhanerin Ioannina (Terry Hellier), die gegen die Hengste im Großen Bavaria-Preis in München mit viel Speed überzeugte. Vor zwölf Monaten endete die Rainbow Quest-Tochter in der Vahr auf Rang vier.

Die von Dr. Andreas Bolte vorbereitete Belle Hernando (Andre Best) sollte es schon nach dem Badener Eindruck schwer gegen Ioannina haben.

Eine Prüfung für Zweijährige, ein stark besetzter Ausgleich II und die „Wettchance des Tages“ mit einer Garantie-Auszahlung von 20.000 Euro in der Viererwette im achten und letzten Rennen ragen ansonsten aus der Sonntagskarte heraus.

Eingebettet ist der Renntag in den großen Owners´ and Breeders´ Day der Stiftung Gestüt Fährhof an diesem Wochenende, womit sich der Kreis zu Walther J. Jacobs wieder schließt.

Nächste Renntage

Galopprennen in Deutschland
Mo., 25.05.Hannover, Köln
Sa., 30.05.Leipzig
So., 31.05.Düsseldorf
Do., 04.06.Baden-Baden
Sa., 06.06.Baden-Baden
So., 07.06.Baden-Baden
Galopprennen in Frankreich
Mo., 25.05.Compiegne, Salon de Provence
Di., 26.05.Auteuil, Evreux