Krefelder Politiker lehnen neuen Stadtwald-Investor ab

Nach vier Wochen Abstinenz werden am kommenden Samstag in Krefeld erstmals wieder Galopprennen auf den Bahnen an Rhein und Ruhr abgehalten. Doch in den letzten Tagen ist zunächst einmal weniger die Galoppveranstaltung von größerem Interesse, sondern vielmehr das Thema eines potentiellen Käufers für die Anlange im Krefelder Stadtwald.

Nach zwölf Jahren schien ein altes und kostspieliges Kapitel Krefelder Rennbahngeschichte zu Ende gehen zu können: Die Insolvenz des früheren Rennvereins, nicht zu verwechseln mit dem aktiven Krefelder Rennclub.

Ein Interessent für die Übernahme des Erbbaurechtes war gefunden: Klaus Hofmann aus Wiesbaden, Besitzer des Rennstalles Lucky Owner. Doch um es gleich vorweg zu nehmen: Die Politik, bestehend aus SPD, Grünen und die Krefelder Bürgerpolitik stimmten mehrheitlich in einer Sondersitzung des Liegenschaftsausschusses gegen den Vorschlag der Verwaltung ab.

CDU und FDP enthielten sich der Stimme. Das Konkursverfahren gegen den alten Krefelder Rennverein wurde 1998 eingeleitet. Gläubiger sind unter anderem die Stadt – ihr schuldet der Rennverein 620.639 Euro – und die Sparkasse, die als Hauptgläubiger auftritt.

Insgesamt belaufen sich die Schulden des einstige Pleite-Vereins nach knapp zwölf Jahren Insolvenzverfahren auf über zwei Millionen Euro.

Rund um die Ereignisse der letzten Tage um einen neuen Investor für die Krefelder Stadtwald-Rennbahn wollten wir natürlich auch wissen, wie die unmittelbar Beteiligten zu diesem Thema Stellung beziehen. In der örtlichen Tagespresse wurde sogar schon von einem neuen Interessenten gesprochen: Mario Hofer, Rennstallbesitzer auf der Krefelder Anlage, der die Miete seit Jahren an den Insolvenzverwalter überweist. Weit über 100 Pferde betreut er dort.

„Der Wirbel um den neuen Investor kam für mich wie aus heiterem Himmel. Mit mir hat bislang niemand über diese Sache gesprochen. Es liegt doch auf der Hand, dass ich größtes Interesse daran habe, dass hier im Grunde alles so bleibt wie es ist. Wir finden hier sehr gute Trainingsbedingungen vor“, so Mario Hofer gegenüber GaloppOnline.de.

Nicht einmischen will sich der Krefelder Rennclub, der seit mehr als zehn Jahren die Rennveranstaltungen abwickelt. Vorsitzender Jan Schreurs sagt: „Wir sollten bei dem bleiben, was wir können. Und das ist die Organisation und Durchführung der Rennen.“

Als Hauptgläubiger hatte die Sparkasse Krefeld einen Zwangsverwalter eingesetzt, der sich für die Veräußerung von 330.000 Quadratmetern Fläche einsetzt. Dazu gehören die Rennbahn selbst und einige Gebäude.

Daran hatte Klaus Hofmann Interesse geäußert. Hofmann wäre in der Folge als Vermieter der Bahn an den Rennclub aufgetreten.

Nächste Renntage

Galopprennen in Deutschland
Fr., 10.07.Saarbrücken
Sa., 11.07.Köln
So., 12.07.Mülheim
Sa., 18.07.Bad Harzburg
So., 19.07.Berlin-Hoppegarten, Bad Harzburg
Do., 23.07.Bad Harzburg
Galopprennen in Frankreich
Mi., 08.07.Saint-Cloud, Dax
Do., 09.07.Longchamp, Chateaubriant
Fr., 10.07.Compiegne, Dieppe
Sa., 11.07.Clairefontaine, La Teste
So., 12.07.Deauville