Die Frankfurter Meile, das erste Grupperennen der deutschen Turfsaison 2010, war mit zahlreichen Gruppesiegern vor dem Zug offen wie ein Scheunentor. Da war es schon etwas seltsam, dass mit dem Hachtseer Enzio ein Pferd als dritter Favorit am Toto auszumachen war, das auf diesem Parkett bislang noch keine Akzente setzen konnte. 79:10 notierte der Next Desert-Sohn am Toto.
Doch unter einem einmal mehr in grandioser Form reitenden Dominique Boeuf gewann der Wallach aus dem Stall von Trainer Nicholas Milliere gegen den Mitfavoriten und Vorjahressieger Sehrezad und den Riesenaußenseiter Beltanus.
Dabei hatte es in der Zielgeraden in dem Niederrader Gruppe III-Rennen nach einer Zweierwette der Palik-Brüder ausgesehen. Jan Palik war mit Beltanus an der Innenseite durchgeschlüpft und hatte kurz alles für sich, als an der Außenseite sein Bruder Jiri mit Sehrezad aufdrehte. Und als dieser gerade die Oberhand zu gewinnen schien, stürmte zwischen beiden in der Bahnmitte das Konditionspferd Enzio durch.
Bis ins Ziel kam der Vierjährige noch sicher mit einer dreiviertel Länge in Vorteil. Hinter Sehrezad und Beltanus belegten Golden Tirol und Abbashiva die nächsten Plätze, während der Favorit Querari (‚er wurde unterwegs stark behindert‘, so Trainer Andreas Wöhler) nur den sechsten Platz belegte. (Video ansehen)
‚Ich war vor dem Rennen eigentlich gar nicht so optimistisch, aber er hatte natürlich einen großen Konditionsvorteil, der sich heute bemerkbar gemacht hat. Was wir jetzt mit ihm machen, wissen wir noch nicht genau. Sein Trainer, der in Maisons-Laffitte trainiert, hat in erster Linie Hindernispferde im Stall und wenn es mit Enzio auf der Flachen nicht weitergeangen wäre, wäre das auch eine Alternative gewesen‘, so Besitzer Reginald Graf von Norman.
Zufrieden war auch Andreas Löwe als Trainer des Zweitplatzierten Sehrezad. ‚Diese Leistung war absolut in Ordnung, für ihn hätte der Boden natürlich ruhig noch etwas weicher sein können‘, so der Kölner Trainer.












