14 Pferde starten im 149. Deutschen Derby, allesamt trainiert in deutschen Rennställen. Warum nur kommen keine Starter aus England, Irland oder Frankreich?
Eine spannende Frage, David Conolly-Smith, Deutschland-Repräsentant des International Racing Bureau und bestens vernetzt im internationalen Rennsport, nennt einige Gründe.
„Es gibt für englische, irische oder französische Besitzer von dreijährigen Pferden drei oder vier große Ziele: das Epsom Derby, den Prix du Jockey Club, das irische Derby und den Grand Prix de Paris noch. Die ersten drei sind nach wie vor deutlich renommierter als das Deutsche Derby. Vielfach ist es so, dass die Rennpreise für die Besitzer sogar zweitrangig sind, von Renommee muss das Deutsche Derby immer noch etwas zurückstecken.“
Eine Rolle spiele auch die Distanz: „Hinzu kommt, dass die deutschen Pferde über die Strecke von 2400 Metern sehr stark eingeschätzt werden. Wir sehen ja, dass zu den 1000 oder den 2000 Guineas oft englische Pferde kommen, weil man der Meinung ist, dass die Deutschen über diese Strecken nicht so gut sind. Anders die Derbystrecke: hier sehe ich mit Royal Youmzain und Weltstar zwei sehr gute Pferde. Auch die ausländischen Besitzer und Trainer wissen das. Man kommt nicht, um Dritter oder Vierter zu werden. Sie wissen, dass sie mit der zweiten oder dritten Garnitur keine Chance haben. Und die erste Garnitur, das sind dann schon die besten Pferde Europas und mit denen hat man andere Ziele.“ Eigentlich ein tolles Lob für die deutschen Steher!
„Störend“, sagt Conolly-Smith, „sind nach wie vor die Abzüge vom Rennpreis, den ausländische Besitzer haben. 390.000 Euro sind ja ein Bruttobetrag. Vor allem die Steuer die einbehalten wird ist enorm. Das Direktorium weiß das auch, man hat auch seit Jahren versucht, dagegen etwas zu unternehmen, bisher ohne Erfolg.“













