Kölner Toto-Katastrophe – Klug/de Vries-Viererserie

Man fühlte sich am Sonntagnachmittag in Köln in die siebziger und frühen achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts zurückversetzt. Nur wirklich charmant, wie so manch andere Erinnerung an diese Zeit, war die Tatsache, dass es weder auf den Bildschirmen des Rennbahnfernsehens, noch bei den Internetbuchmachern Eventualquoten zu sehen gab, nicht. Zudem konnten zumindest bis zum Hauptrennen vielerorts keine Quoten bekanntgegeben werden. Wenigstens konnte gewettet werden und es wurde ausgezahlt, aber orientierungslos war es für die Wetter in jedem Fall. Ein Blindflug quasi.

In den verschieden Foren machte sich schnell ein Sturm der Entrüstung breit. Wieviel Umsatz diese Toto-Katastrophe den Kölner Rennverein gekostet hat, kann man nur erahnen. Denn hilfreiche Informationen zu dem Desaster, vor allem zu den sich nicht verändernden Eventualquoten, gab es während der Veranstaltung zu Beginn zunächst nicht, später versuchte man zu retten, was noch in Sachen Information zu retten war. Das Problem lag offenkundig in Frankreich, bei dem seit Saisonbeginn für die deutschen Rennbahnen zuständigen Totobetreiber.

Der Kölner Rennverein schreibt in einer Bilanz zu seinem zweiten Saisonrenntag zu den Totoproblemen in einer Pressemitteilung: „Leider gab es auch technische Probleme in der Darstellung der Quoten, die vom französischen Server ausgingen. Dadurch kam es zu einem Übermittlungsausfall in der Darstellung auf allen deutschen Galopprennbahnen an diesem Nachmittag.“ Auch Zweibrücken war mit seinem Sonntag-Renntag betroffen.

Da geriet die gemeinsame Viererserie von Markus Klug und Adrie de Vries, die in den beiden Maidenrennen für den Derbyjahrgang durch La Dynamite und Degas (s. extra Berichte), durch Antalya, die im Ausgleich II über 1400 Meter mit bemerkenswerten Speed und einem Klasse-Ritt des Holländers gegen El Zagal und den Drittplatzierten Lord Of Leitrim zum Zuge kam, und durch Galopp Club Deutschlands Dynastie, die in der Sieglosen-Prüfung für Vierjährige und Ältere den Ittlinger 14:10-Favoriten Lovato schlug, zustande kam, fast zur Nebensache (Zum Video).

Andrasch Starke war der dritte Aktive des Tages, der mehrfach erfolgreich war. Im Ausgleich IV über 1850 Meter siegte er mit Ronny Heimburgers Floralys (Zum Video) und zum Finale gewann er mit Peter Schiergens Fährhoferin Guavia das Altersgewichts-Rennen über 1400 Meter gegen Markus Klugs Ice Man Star und Banana Split, die für Melanie Sauer und das Gestüt Brümmerhof Dritte wurde (Zum Video).

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