Klasse setzt sich durch. Und sie hat einen Namen: Egerton (Foto). Stall Reckendorfs sechsjähriger Paradegalopper aus dem Stall von Peter Rau machte seinen vielen Anhänger am Samstag bei strahlendem Sonnenschein in Iffezheim wieder stolz. In der Heel-Baden-Württemberg-Trophy (Gruppe III, 50.000 Euro, 2200 m) kehrte der Groom Dancer-Sohn endlich wieder auf die Siegerstraße zurück.
Die 2200 Meter, die für ihn wie maßgeschneidert sind, wurden wieder zu einer Triumphstrecke des 22:10-Favoriten, der in den verschiedensten Top-Events immer wieder hochkarätige Leistungen gezeigt hatte.
In diesem grandios besetzten Highlight am Samstag, dem zweiten Tag des Sales & Racing-Festivals, entwickelte sich ein Rennverlauf, den man kaum so erwartet hatte. Denn Art Attack und Pont des Arts, zwei der Gäste im Neunerfeld, beharkten sich an der Spitze und legten sieben, acht Längen zwischen sich und die Konkurrenz.
Diese führte Egerton an, während die Mitfavoriten noch in Reserve galoppierten – Belmundo als Fünfter, Prince Flori als Siebter, Poseidon Adventure als Vorletzter.
Natürlich kamen die vorderen Pferde im Einlauf bald zurück. Egerton hatte sehr früh die Spitze übernommen und versuchte sich rechtzeitig abzusetzen. Torsten Mundry verschaffte dem Hengst einen guten Vorteil. Kurz wurde man auf Prince Flori, der zuvor die Startboy durchbrochen hatte, aufmerksam, doch war das nur ein Strohfeuer des früheren Baden-Heros.
Noch wesentlich zwingender war der Dreijährige Belmundo. Mit großen Schritten machte der Schiergen-Hengst unter Filip Minarik Boden gut, wurde aber nicht zu einer echten Gefahr für Egerton. Denn der über enorm viel Klasse verfügende älteste Teilnehmer im Feld stand bestens durch. 473.413 Euro stehen nun auf seinem Konto, 30.000 Euro stammen vom Samstag aus Iffezheim.
Belmundo zeigte eine halbe Länge hinter dem Sieger die bislang beste Form seiner Karriere, sollte bald seinen ersten Gruppetreffer landen können. ‚Er war noch sehr unreif. 200 Meter weiter hätte er gewonnen‘, erklärte Peter Schiergen.
Deutlicher zurück eroberte der Röttgener Dickens mit viel Speed noch Rang drei gegen Prince Flori, der nicht recht weiterkam und etwas über seinen Formhöhepunkt hinweg ist. ‚Der Boden hätte für ihn weicher sein müssen‘, meinte Sascha Smrczek.
Fünfter wurde der Schweizer Pont des Arts vor dem enttäuschenden Poseidon Adventure, der ein sehr schlechtes Rennen hatte, denn in der Geraden fuhr sich der Münchener rettungslos fest. ‚Das war ein ganz schlechter Rennverlauf. Adrie de Vries hat sich bei mir entschuldigt‘, so Wolfgang Figge.
Natürlich herrschte im Lager von Egerton große Zufriedenheit: ‚Es war ausreichend Tempo. Ich konnte mit dem Angriff bis in den Einlauf warten, dann hat er leicht gewonnen‘, berichtete Jockey Torsten Mundry. ‚Egerton hat das ganze Jahr über Top-Formen gezeigt. So ein Abschluss ist toll.‘
Aber vielleicht gibt es ja noch ein Asien-Gastspiel im Dezember.
‚Hong Kong ist eine Möglichkeit, aber man muss sehen, ob er eine Einladung erhält‘, schloss Trainer Peter Rau einen Auftritt in der Ex-Kronkolonie nicht aus.












