Einmal im Jahr, fast immer parallel zur Großen Woche, gibt es im belgischen Waregem Galopprennen. Bei einer gemischten Karte aus Trab- und Hindernisrennen wird vor rund 35.000 Zuschauern auch die Grand Steeplechase des Flandres ausgetragen, ein als Handicap gelaufenes Jagdrennen über 4600 Meter, das mit 100.000 Euro dotiert ist. In den vergangenen Jahren gab es in dieser Prüfung wie auch im Rahmenprogramm oft deutsche Starter.
2013 belegte Stall Steintors Alanco immerhin einen guten vierten Platz. In dieser Saison kommt mit dem von Pavel Vovcenko für Bernd Huckschlag und das Gestüt Riepegrund trainierten Kazzio am Dienstag (Startzeit 16.20 Uhr) Deutschlands aktuell wohl bestes Hindernispferd an den Start. Der Königstiger-Sohn, der unter seinem ständigen Reiter Cevin Chan auf dreizehn Gegner trifft, trägt mit 62 Kilo das niedrigste Gewicht und sollte dementsprechend auch nicht chancenlos sein, zumal er seine letzten drei Auftritte, die Seejagdrennen in Hamburg und Bad Harzburg, zu überlegenen Siegen gestaltete. Doch die Konkurrenz, die ausschließlich aus Frankreich kommt, ist natürlich nicht ohne (Zur Rennkarte).
So bietet alleine Trainer Patrice Quinton, den man durchaus als Spezialist für dieses Rennen bezeichnen kann, mit Martalin (Stephane Paillard), Royal Fou (Jerome Duchene), Taupin Rochelais (Thomas Beaurain) und Tomcat de Kerser (Arnold Cisel) gleich vier Pferde auf. Royal Fou ist nicht nur der Vorjahressieger, sondern war auch bereits 2011 in dieser Prüfung erfolgreich und belegte 2013 den dritten Platz. Damals war sein Stallgefährte Martalin der Sieger, der schon 2012 in diesem Rennen erfolgreich war.
Vor zwölf Monaten reichte es für Martalin „nur“ zum dritten Platz, doch steht er im Vergleich zu damals nun elf (!) Kilo günstiger gegen Royal Fou, der seit seinem letzten Triumph auch kein Rennen mehr bestritten hat, also aus einer Pause von genau einem Jahr kommt. Zwischen diesen beiden platzierte sich im Vorjahr Taupin Rochelais, der damals erstmals in Waregem an den Start gekommen war. Nach Klasse erste Chancen haben müsste auch der bereits elfjährige Quat’Car (Gilles Chaignon/Alban Desvaux), der ein Valeur von 66 aufweist und 2014 in hochdotierten Tierce-Handicaps in Enghien und Auteuil erfolgreich lief. Frankreichs Championtrainer Guillaume Macaire ist mit Simon Munirs Voeux d’Estruval (Sean Carrere) vertreten, der in diesem Jahr bereits zweimal erfolgreich blieb. Vom Rest muss noch Francois Nicolles Unzo du Bara (Thomas Gueguen) erwähnt werden, der gerade in Pompadour gesiegt hat.













