Championtrainer Paul Nicholls ist in der komfortablen Situation, im Höhepunkt des gesamten Festivals, dem Gold Cup, am Freitag die beiden Pferde mit den größten Chancen zu trainieren. Vorjahressieger Kauto Star (Foto) scheint derzeit in der Form seines Lebens zu sein, setzte sich der Zehnjährige doch in den King George mit 36 Längen gegen die besten Steepler, die der britische Insel zu bieten hat, durch.
Nur Stallgefährte Denman fehlte. Dessen Generalprobe für den Gold Cup ging gründlich daneben. Zum ersten Mal unter Tony McCoy fiel Denman am drittletzten Sprung in der Aon Chase in Newbury, doch sein Coach sagte: ‚Neun von zehn Mal macht er am viertletzten Sprung nicht diesen schweren Fehler, fällt dann nicht am nächsten Hindernis und gewinnt das Rennen überlegen.
Wir wussten schon, dass er bei seinem Newbury-Rennen nicht ganz auf hundert Prozent ist. Er präsentiert sich daheim derzeit von bester Seite, hat viel und gut gearbeitet und wird in Cheltenham ein Faktor sein“. Nicholls versprüht im Bezug auf Denman auffallend viel Optimismus. Cheltenham ist auf jeden Fall genau die richtige Bahn für Denman, der bereits 2008 dort den Gold Cup gewann. Damals Zweiter: Kauto Star.
Denman wird im Gold Cup 2010 wahrscheinlich von der Spitze aus versuchen, Gegner um Gegner abzuschütteln. Denn: Der Zehnjährige ist ein reiner Galoppierer. Er geht eine hohe Pace immer weiter. Da muss man ihn erst einmal einfangen. Da Kauto Star momentan um Kurse von 18:10 gehandelt wird, für Denman aber 50:10 offeriert werden, bietet sich eine Wette auf Denman an. Er hat Kauto Star schon vor Ort eine Niederlage beigebracht.
Vom Rest ist für den Sieg eigentlich kein Kandidat interessant. Nigel Twiston-Davies‘ Imperial Commander fühlte Kauto Star im letzten November einmal zwar mächtig auf den Zahn. Aber Paul Nicholls hatte seinen Crack noch lange nicht in der Kondition, die er in Cheltenham anbieten wird.
Cooldine brachte sich zuletzt mit einem zweiten Platz in Irland wieder besser ins Gespräch, scheint aber bei weitem nicht an die Klasse des tollen Nicholls-Duos heranzukommen. Auch der amtierende Grand National-Sieger Mon Mome befindet sich im Aufgebot. Doch 5400 Meter auf der schweren Bahn in Cheltenham könnten für den von Venetia Williams trainierten Mon Mome gar etwas zu kurz sein.












