JOCKEY TALK WLADIMIR PANOV
‚Ein Ritt im Derby ist mein Traum‘
GaloppOnline.de: Herr Panov, Sie reiten seit 2001 als Profi in Deutschland, wie kam es zu dieser Entwicklung?
Wladimir Panov: Ich stamme aus dem Kaukasus. Nachdem ich in Russland meine Jockeyausbildung beendet hatte, wechselte ich zuerst nach Polen, wo ich in Warschau einige Jahre verbracht habe. Doch mein eigentliches Ziel, in Deutschland zu reiten, habe ich schon zur damaligen Zeit nie aus den Augen verloren. In Warschau gab es eben nur die eine Bahn, auf der lediglich samstags und sonntags Rennen stattfanden. In Deutschland war damals alles noch mit viel Reisen zu unterschiedlichen Bahnen verbunden. Es war immer schon mein Traum, in Deutschland im Sport Fuß zu fassen.
GaloppOnline.de: Wie kam es dann zur Übersiedlung nach Deutschland?
Wladimir Panov: Den Kontakt hat Viktor Schulepov hergestellt. Er ist ein väterlicher Freund für mich, hat im Übrigen schon mit meinem Vater Rennen geritten. Viktor hat mir sehr geholfen, den Einstieg zu erleichtern, von ihm habe ich auch viel gelernt. In der ersten Zeit war ich vier Jahre bei Wilhelm Giedt beschäftigt, dann folgten zwei Jahre bei Andreas Wöhler in Ravensberg, bevor ich zu Waldemar Hickst nach Köln wechselte. Mitterweile bin ich im zweiten Jahr bei Hans-Jürgen Gröschel in Langenhagen.
GaloppOnline.de: Sind Sie Stalljockey in Hannover?
Wladimir Panov: Nein, das nicht, aber ich hoffe natürlich auf das Vertrauen der Besitzer. Am Wochenende ist volles Programm angesagt von Leipzig über Hoppegarten bis Hannover. Mit den Dreijährigen zum Beispiel läuft es ja sehr gut. So hat All Gentleman, mit dem wir in Hoppegarten den heißen Favoriten Seventh Sky geschlagen haben, noch eine Derbynennung, wie auch der frische Sieger Godot noch für Hamburg unter Order steht.
GaloppOnline.de: Was waren Ihre bisher größten Erfolge in Deutschland?
Wladimir Panov: Mit dem tollen Mharadono die beiden Grupperennen in Düsseldorf und Hannover zu gewinnen, war eine tolle Sache. Das war 2007, ein Jahr später haben wir gleich zu Beginn der Saison in Köln noch die Frühjahrsmeile holen können. Ein sehr schönes Erlebnis war auch ein Renntag im Spätsommer in Dresden, als ich vier Rennen gewinnen konnte. Little Eddie, Stellino, Escardo und Kamita hießen die Pferde in dieser Serie.
GaloppOnline.de: Reitet man in Deutschland anders als zum Beispiel in Russland. Was sind die größten Unterschiede?
Wladimir Panov: In Russland werden die Rennen ganz anders bestritten. Wir haben dort nur Sandbahnen, da wird vom Start weg nach vorne geritten, ohne zu taktieren. Start-Ziel wird da sofort Gas gegeben. Als ich nach Deutschland kam, musste ich das Reiten, und vor allem das taktische Reiten erst einmal lernen. Ein Pferd zu verstecken, kannten wir in Russland nicht.
GaloppOnline.de: Sind das nicht Ihre heutign Stärken?
Wladimir Panov: Das müssen andere beurteilen. Ich bringe jedenfalls 53 Kilo ohne Probleme in den Sattel und reise überall hin, wo man mich braucht. Ich manage meine Ritte selbst und habe mir sicherlich von der Art in Deutschland zu reiten vieles abgeschaut, mich in den letzten Jahren stetig verbessert und einen eigenen Stil kreiert.
GaloppOnline.de: Wie sieht Ihr Tagesablauf aus?
Wladimir Panov: Sport, Sport und nochmals Sport. Neben den vier bis fünf Lots, die ich bei Hans-Jürgen Gröschel in der Woche reite, laufe ich regelmäßig und dann gibt es natürlich die Rennveranstaltungen am Wochenende.
GaloppOnline.de: Gibt es noch andere Vorlieben?
Wladimir Panov: In meiner Heimat unweit des Schwarzen Meeres gibt es viele Berge. Wenn ich die Familie im Urlaub besuche oder einmal Zeit habe, bin ich leidenschaftlicher Ski- und Snowboardfahrer, ansonsten ein eher ruhiger Zeitgenosse.
GaloppOnline.de: Welchen Traum lebt ein Jockey wie Wladimir Panov?
Wladimir Panov: Ich bin jetzt seit neun Jahren in Deutschland als Jockey aktiv und kann getrost sagen, dass ich hier eine neue Heimat gefunden haben. Eines wünsche ich mir vor allen Dingen. Einen Derbyritt in Hamburg zu haben, denn das ist mir bislang noch nicht gelungen.










