JOCKEY TALK ANDRE BEST: ‚Ein neuer Abschnitt beginnt‘
GaloppOnline.de: Neun Jahre in Warendorf und nun zurück Richtung Westen. Man dachte immer, der Andre bleibt immer und ewig bei Peter Rau bzw. Torsten Mundry.
Andre Best: Bei Peter Rau wurde gute Arbeit stets auch entsprechend honoriert. Wenn die Leistung stimmte, war das ein Lebensjob. Zuletzt fehlten mir etwas die Perspektiven. Ich hatte das Gefühl, auf der Stelle zu treten. Und gerade weil ich ein Kind des Westens bin, suchte ich eben dort eine neue berufliche Herausforderung. Es waren sehr schöne Jahre in Warendorf, die ich nicht missen möchte. Gerade Peter Rau habe ich viel zu verdanken.
GaloppOnline.de: Wie kam es zum neuen Engagement in Krefeld bei Mario Hofer?
Andre Best: Ich sprach ihn nach dem Weggang von Andreas Helfenbein an und freue mich, dass es geklappt hat. Zum 1. Juni soll es losgehen.
GaloppOnline.de: Bleiben Sie in Sassenberg wohnen?
Andre Best: Nein, 270 km sind nicht zu stemmen, wir werden am 23. Mai den Umzug an einem Tag bewältigen. Danach beginnt ein neuer Abschnitt.
GaloppOnline.de: Wie groß ist die Vorfreude? Man sagt oft, der Andre Best sei im Herzen Kölner?
Andre Best: Ja, das stimmt. Ich habe ja bei Bruno Schütz meine Lehre absolviert, eine harte, manchmal laute und intensive Zeit und damals eine große Jockeyschmiede, die ihresgleichen gesucht hat. Das Rheinland hat mich stark geprägt, und und nun wieder näher im Westen zu sein, ist sicher eine schöne Sache.
GaloppOnline.de: Ihre Vorbilder?
Andre Best: Ich bin mit Andrasch Starke gemeinsam groß geworden und finde das, was er aus seinem Talent gemacht hat, wie seine Entwicklung verlaufen ist, einfach phänomenal. Andrasch Starke in Deutschland sowie Lester Piggott und Frankie Dettori im Ausland – ganz Große des Sports.
GaloppOnline.de: Ihre sportlich wertvollsten Momente?
Andre Best: Die großen Rennen mit Kornado, Pinot und Alte Kunst zum Beispiel.
GaloppOnline.de: Was waren die schwierigsten Augenblicke in Ihrer Karriere?
Andre Best: Den Erfolg, ich glaube in der ersten Saison nach meiner Lehre ging es los wie die Feuerwehr, da waren das 66 Siege nach meiner Lehre, als junger Mann zu verarbeiten, war nicht einfach. Und schließlich Verletzungen, wie Ende der Neunziger Jahre eine Stauchfraktur der Wirbelsäule bzw ein Oberarmbruch, die mich damals außer Gefecht gesetzt haben.
GaloppOnline.de: Ihre Schwächen?
Andre Best: Süßigkeiten, ein Schokoriegel oder Ähnliches ist immer im Spind dabei. Mit dem Gewicht hatte ich nie Probleme. Ich bringe nach wie vor 53 Kilos in den Sattel, das ist kein Problem.
GaloppOnline.de: Hat man nach fünf Lots jeden Tag und Rennen am Wochenende auch noch Zeit für andere Freizeitaktivitäten?
Andre Best: Ich koche für mein Leben gerne, lade dazu gerne Freunde ein, wobei auch das Sahnesößchen nicht fehlen darf. Motorrad- und Inlinerfahren, Angeln und Formel 1.
GaloppOnline.de: Und als Kölner im Herzen der 1. FC Köln?
Andre Best: Nein, beim Fußball hat jede Frau mehr Ahnung als ich. Das ist und war nie ein Thema gewesen.
GaloppOnline.de: Welche Ziele verfolgen Sie für die neue Saison bzw. für die Zukunft?
Andre Best: Wenn die Gesundheit mitspielt, würde ich natürlich tausend Siege gerne erzielen, weil es etwas ganz Besonderes wäre, diesem Club 1000 anzugehören. Die zweite Sache ist, mich wieder regelmäßig in den Top Ten zu etablieren. Die Vorjahressiegzahl von 35 würde ich gerne toppen. Da ist natürlich ein großer, erfolgreicher Stall wie der von Mario Hofer eine gute Basis.









