Jockey Johnny Murtagh ist der Star beim Wiener Derby

Im Vorjahr gewann mit Cuba Dandy ein in Österreich von Emmerich Schweigert für den Stall Al­legro trainiertes Pferd unter Jean-Pierre Lopez das Magna Austrian Derby. Zwölf Monate später er­gibt sich für das Team Schweigert-Stall Allegro erneut die Chance, das „Blaue Band“, das bedeu­tendste Rennen der Dreijährigen, auf sein Konto zu bringen.

Mit Italian Stallion steht ein in den bis­herigen Aufgaben bewährter Hengst bereit, für den zudem mit Johnny Murtagh (Foto) ein Mann von inter­nationalem Ruf verpflichtet wurde.

Der am 14. Mai 37 Jahre alt gewordene Ire gilt als einer der be­sten Jockeys der Welt, führt in seiner erfolgreichen Biographie u. a. drei Triumphe im Epsom Der­by mit Sinndar (2000), High Chaparral (2002) und Motivator (2005), zwei Siege im irischen Derby mit Sinndar (2000) sowie Alamshar (2003), ferner viele weitere internationale Treffer wie den von Sinndar im Prix de l‘ Arc de Triomphe im Jahr 2000. Mit der Verpflichtung von Johnny Murtagh verfolgt man eine seit der Inbetriebnahme der Magna Racino-Anlage im Jahr 2004 verfolgte Linie, den Besuchern stets einen der Besten der reitenden Zunft zu präsentieren.

Das 139. Galopper-Derby stellt traditionell den Höhepunkt eines jeden Rennjahres dar, so auch in Österreich, dessen Rennsport mit dem „Blauen Band“ auch die bestdotierte Prüfung präsentiert. 120.000 Euro stehen über der 2200-Meter-Prüfung, die Teilnehmer aus Österreich, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und aus Italien am Start sieht. Vermisst wird allerdings ein Starter aus deutschen Ställen.

Erstmals seit vielen Jahren ist kein Vertreter eines hiesigen Quartiers dabei, obwohl sie doch eine insgesamt sehr gute Bilanz in diesem Rennen aufweisen. So hat z. B. Mario Hofer schon mehrfach den Sieger im Derby seines Heimatlandes erzielt, war auch später immer wieder mit Pfer­den dabei, die sich gut verkauften. Noch im Vorjahr hatte der Krefelder Trainer Saldenblatt aufge­boten, der als Dritter zu Cuba Dandy und Ryan immerhin noch 21.000 Euro verdiente.

Letzter aus Deutschland kommender Magna Austrian Derby-Sieger ist der von Werner Hefter in Iffezheim für den Stall Donna vorbereitete Mohandas, der 2004 die Oberhand behielt. Damals am 20. Juni wurde der Hengst im Übrigen zum „zweiten“ Derbysieger in unserem Nachbarland geworden, nachdem drei Wochen zuvor auf der in der Wiener Freudenau ein gewisser Darsalam das Freudenauer Derby gewonnen hatte.

Ist der deutsche Rennsport im Derby schon nicht mit Pferden, so doch auf der Reiterseite mit Ra­stislav Jura­cek vertreten. Der in Bremen tätige Tscheche hat vor zwei Wochen noch ein sehr er­folgreiches Gastspiel in der slowakischen Hauptstadt Bratislava gegeben, als er anlässlich der Turf-Gala zwei hoch dotierte Rennen gewann. Darunter auch mit Proud Boris, einem Silvano-Sohn aus der Parista, der zuvor in den slowakischen 2.000 Guineas erfolgreich war und heute zu den chan­cen­reichsten Teilnehmern zählt.

Die größte heimische Hoffnung neben Italian Stallion dürfte nach letzten Eindrücken wohl Armigerent werden, ein im Vorjahr in England erworbener Hengst, der am 1. April das Kriterium der Dreijährigen gewann. Ungarische Interessen vertritt der von Marlene Hal­ler in Bremen gezo­genen Saldenzar, ein Zinaad-Sohn, der sowohl in Ebreichsdorf als auch in seiner ungarischen Hei­mat erfolgreich für das große Ziel geprobt hat. Ein unbeschriebenes Blatt ist der Italiener Walharer, der sich erstmals vorstellt. Das könnte nach dem Rennen schon anders ausse­hen, denn es sei nur daran erinnert, dass 2005 mit Montalegre ebenfalls der Sieger aus Italien kam.

Einen bemerkenswerten Rekord weist der im Rahmenprogramm, im Born Wild Steher-Preis, an den Start kommende und von Mario Hofer in Krefeld trainierte Kaliyan auf, der bei drei Starts in Eb­reichsdorf jeweils gewann. Dieses mit 20.000 Euro dotierte und über 2000 Meter führende Rennen hat er 20005 bereits ebenso gewonnen wie später das St. Leger, das auch 2006 an ihn ging.

Stärk­ster Gegner könnte der von Murtagh gerittene Star’s Song aus dem Schweigert-Stall werden. Um 20.000 Euro geht es ferner im Preis von Zentraleuropa (1700 Meter), in dessen achtköpfigem Feld sich mit Saloon (Michael Sowa-Eugen Frank) und Lindholm (Werner Glanz-Johnny Murtagh) auch zwei deutsche Pferde befinden.

Saloon tritt mit der Empfehlung drei Siege in Folge an, während Lind­holm endlich wieder einmal auf die Siegesstraße zurückkehren möchte, denn der letzte Treffer da­tiert vom 9. November 2005. Wie die Prüfung für die dreijährige Stuten (10.000 Euro-1650 Me­ter) wird auch diese Prüfung auf der Sandbahn gelaufen. Das Rennen der Sprinter (10.000 Euro-1200 Meter) sieht ganz nach einem neuerlichen Erfolg des Spezialisten Scyris aus, der noch vor zwei Wochen in Bratislava seine Klasse über die kurzen Wege eindrucksvoll bewiesen hat.

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