Ist das bitter! Proudinsky bleibt nur der ‚moralische Sieg‘

Um 23.32 Uhr am Samstagabend zitterte die deutsche Turf-Gemeinde mit dem Dreijährigen Proudinsky. Wenige Tage nach dem Verkauf des Silvano-Sohnes an Gary Tanaka (Foto) versuchte sich der Hengst zum ersten Mal im Ausland, genauer gesagt auf dem Arlington Racecourse in Chicago. Dort, wo sein Vater 2001 die Arlington Million gewonnen hatte, wollte nun Proudinsky zum großen Schlag ausholen.

Ausgesucht hatte Trainer Mario Hofer das American Classic, ein mit 150.000 Dollar dotiertes Stakes-Rennen über 1710 Meter der Grasbahn, die Auftaktprüfung einer drei Rennen umfassenden Serie auf Turf.

Begonnen hatte die Prüfung für unsere Hoffnung alles andere als günstig. An letzter Stelle fand sich die 80:10-Chance nach einem verpatzten Start ein. Enorm viele Längen lagen zwischen ihm und den anfangs führenden Pferden. Man mochte kaum mehr einen Pfifferling auf den von Dr. Rolf Wilhelms im Gestüt Brümmerhof gezogenen Hengst geben.

Jockey Brice Blanc blieb stets an der Innenseite, doch wurde er zu Beginn der Zielgeraden gestört. Kaum einen Durchschlupf gab es. Doch mit zunehmender Distanz packte Proudinsky an. Mit einem Speed, den man selten zu sehen bekommt, flog der deutsche Dreijährige durch das Feld, war zuletzt mehr als doppelt so schnell wie die Gegner.

Kurz vor der Linie schien es, als habe er den Kopf in Front, doch nickte der 60:10-Mitfavorit Kingship (Robby Albarado/Trainer Ronny W. Werner) besser ein, Proudinsky nahm genau auf der Linie den Kopf etwas zurück, unterlag mit einer geschätzten Nase äußerst unglücklich.

Dritter wurde Arbuckle Bandit, während der klare Favorit Storm Treasure über Rang sechs nicht hinauskam. Es gab keinen Zweifel: Bei einem besseren Rennverlauf oder einer anderen Reitweise hätte es nur einen Sieger gegeben, und das wäre Proudinsky gewesen.

Der Saddex-Runner up aus dem Dortmunder Sparkassenpreis war das beste Pferd an diesem Chicago-Abend, landete am Ende aber auf einem zwar mehr als respektablen, doch mit sehr, sehr viel Pech behafteten Ehrenplatz. Auf Platz bezahlte Proudinsky 28:10.

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