Isfahan bleibt der Sieger des Deutschen Derbys 2016. Das Renngericht des Galopper-Dachverbandes hat in einer einstimmigen Entscheidung am Donnerstag in Köln eine Berufung des Teams von Dschingis Secret abgelehnt. Diese hatte man eingelegt gegen die Ablehnung einer Protestentscheidung der Hamburger Rennleitung. Diese hatte es abgelehnt, Isfahan als Sieger des Blauen Bandes und auch Savoir Vivre als Zweitplatzierten zu disqualifizieren (Zum Video).
Nach fünfeinhalb Stunden Verhandlung fiel die Entscheidung des Renngerichts unter dem Vorsitzenden Frank Heckenbücker und mit den Beisitzern Horst Greis und Uwe Ostmann einstimmig aus. Die Beratung des Renngerichts nach den Schlussplädoyers dauerte nur wenige Minuten.
Man sah sowohl aus rechtlicher Sicht, also der Anwendung der Rennordnung und der Auslegung dieser, keinen Grund für die Rechtfertigung einer Disqualifikation, noch sah man überhaupt die Tatsache einer Verabredung zwischen Besitzer Darius Racing und Jockey Dario Vargiu im Vorfeld, die Peitsche über das erlaubte Maß einzusetzen und Strafen des Jockeys zu tragen, als erwiesen an. Ob man im Nachgang über dieses Thema sprach, man könne dem Jockey die Kosten ersetzen, also nachdem die Strafen ausgesprochen waren durch die Rennleitung, konnte nicht einwandfrei geklärt werden. Holger Faust als Racing Manager von Darius Racing bejahte das, Jockey Vargiu stritt es ab. Wie es tatsächlich war, spielte für die Entscheidung schlussendlich aber keine Rolle, da die Absprache vor dem Rennen der springende Punkt gewesen wäre.
Diese gegenläufigen Aussagen waren nicht die einzige Ungereimtheit einer langen Verhandlung, in deren Verlauf als Zeugen Rennleitungs-Chef Frank Becker, Holger Faust, Dario Vargiu, Alexander Pietsch, Jens Hirschberger und Markus Klug gehört wurden, sowie per telefonischer Zuschaltung Thomas Jordan. Die Tatsache, dass überhaupt der Sachverhalt einer Vorab-Absprache mit dem Jockey auf den Tisch kam, schrieb das Renngericht vor allem einer, so wörtlich, „Prahlerei“ von Holger Faust zu und kam zu dem Schluss, dass es die Absprache nicht gegeben habe. Der Jockey hatte während der Verhandlung zu Protokoll gegeben, dass ihm der Sieg wichtiger gewesen sei als eine Geldstrafe, über deren Höhe er sich im Vorfeld ohnehin nicht bewusst gewesen gewesen sei. Das Thema einer Erstattung der Strafe sei nie, weder vorher noch nachher, ein Thema gewesen.
Bernhard Matusche als Vertreter des Teams von Dschingis Secret kündigte nach Urteilsverkündung an, in die nächste Instanz zu gehen. Möglicherweise geht es auch vor ein öffentliches Gericht. Möglich ist zudem, dass Holger Faust ein eigenes Verfahren vor der Verbands-Gerichtsbarkeit erwartet, Gottfried Reims als Vorsitzender des Kontrollausschusses kündigte das an. Es geht dann wohl um Schädigung des Ansehens des Rennsports. Dass die Berufung abzulehnen sei war auch die Meinung von Reims als Vertreter des Direktoriums und selbstverständlich auch von Dietrich von Boetticher, der Darius Racing als Anwalt vertrat.
In der kommenden Ausgabe der Sport-Welt lesen Sie einen ausführlichen Bericht zur Renngerichts-Verhandlung.
Eine erste offizielle Mitteilung des Direktoriums können Sie hier lesen.












