Invasor imponiert, Frankie und Mohammed fassungslos

Eine äußerst ungewöhnliche Rollenverteilung gab es am Samstagabend. Nach dem Emirates Dubai World Cup (6 Mio. Dollar, 2000 m) erlebte Sheikh Mohammed bittere Momente mit Discreet Cat. Sein Bruder Hamdan stand dagegen im Mittelpunkt. Ein ‚Bruderkampf‘ zwischen seinem Invasor und Godolphins Discreet Cat war in diesem Sand-Spektakel allgemein erwartet worden.

Doch dazu sollte es gar nicht erst kommen. Denn während der bislang noch ungeschlagene Vertreter der blauen Erfolgsflotte, die an diesem Abend nicht eine einzige Platzierung schaffte und eine Schlappe nach der anderen verkraften musste, holte sich Invasor nun auch das zweite Top-Event auf Dirt.

Der Breeders´ Cup Classic-Sieger wurde dem hohen Vertrauen vollauf gerecht. Unter dem erst 19-jährigen Fernando Jara (Spitzname Ice Man) schnappte sich der vierjährige Candy Stripes-Sohn die Siegprämie von 3,6 Millionen US-Dollar. Beim zwölften Start war es sein elfter Triumph. 7,8 Millionen Dollar galoppierte er bereits auf das sicher nicht schlecht bestückte Konto von Sheikh Hamdan.

Es war ein mehr als sicherer Erfolg des Schützlings von Kieran McLaughlin. Der US-Vertreter, der aus der Außenbox im kleinsten Feld der zwölfjährigen Geschichte des Cups (mit sieben Pferden) gestartet war, galoppierte zunächst an dritter, vierter Position.

Der aus Amerika an König Abdullah von Saudi-Arabien und seine Söhne verkaufte Premium Tap, der am Start einige Probleme bereitet hatte, stürmte an die Spitze, gefolgt von Forty Licks, anderthalb Längen dahinter sah man den Hong Kong-Vertreter Bullish Luck mit Invasor.

Innen war der Japaner Vermilion dichtauf vor dem aus England entsandten Kandidate weiter außen, während Lanfranco Dettori mit Discreet Cat erstaunlicherweise am Schluss des Feldes den Gang der Dinge abwartete.

Schon im Schlussbogen machte Fernando Jara allmählich ernst mit Invasor, rückte bereits hinter Premium Tap an die zweite Position vor. Beide Pferde sonderten sich im Einlauf rasch vom Feld ab. Ein kurzer Blick zur Seite, dann schritt Invasors Jockey auch zeitig zum Angriff. Aber kampflos gab sich Premium Tap unter Kent Desormeaux nicht geschlagen. Ganz im Gegenteil.

Immer wieder bäumte sich der ein Jahr ältere Hengst auf, auch wenn Invasor früh das besser gehende Pferd war. In der Distanz klärte dieser dann endgültig die Fronten und löste sich mehr als sicher auf eindreiviertel Längen von einem großartig standhaltenden Premium Tap.

Acht Längen hinter den beiden Protagonisten des Rennens war der sich auf etwas weiter Distanz gut steigernde Bullish Luck auf den dritten Rang, war dafür allein auf weiter Flur, denn der Rest der Kandidaten bekam doch erhebliche Probleme. Vermilion folgte als Vierter mehr als fünf weitere Längen dahinter vor Forty Licky und Kandidate, die beide früh in Schwierigkeiten waren.

Und Discreet Cat? Der vermeintlich große Gegenspieler von Invasor packte ganz an der Außenseite überhaupt nicht an, wirkte auch sehr leicht. Sage und schreibe 23 Längen hinter dem Sieger trudelte der Godolphin-Crack ein.

Mit 1:59,97 Minuten lief Invasor die zweitschnellste Zeit aller World Cup-Sieger, lediglich der unvergessene Dubai Millennium brauchte für die 2000 Meter nur 1:59,5 Minuten. Nach Cigar 1996, Silver Charm 1998, Captain Steve 2001, Pleasantly Perfect 2004 und Roses In May 2005 gewann zum sechsten Mal ein Amerikaner, womit die Hälfte aller bisherigen Cups eine Beute der US-Vertreter wurde, die bekanntlich auf Dirt eine Macht sind.

‚Das ist etwas ganz Spezielles für mich‘, kommentierte Jockey Fernando Jara. Einfach unglaublich, nach Dubai zu kommen und das höchstdotierte Rennen der Welt zu gewinnen. Premium Tap machte uns das Leben schwer. Ich dachte, Discreet Cat würde vorne gehen, aber ich sah ihn nicht. Deshalb habe ich mich ganz auf mein Pferd konzentriert. Er ist solch ein hartes Pferd. Ich verdanke ihm so viel.‘

Frankie Dettori war völlig konsterniert nach der Schlappe von Discreet Cat: ‚Ich bin sehr enttäuscht. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Wir waren so deutlich geschlagen, den Grund kenne ich nicht. Ob er die Distanz nicht bewältigt hat oder es einen anderen Grund gibt, weiß ich nicht.‘

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