INTERVIEW ROLF HARZHEIM
‚Die Diana ist unser Ziel‘
GaloppOnline.de: Am Samstag vertrauen Sie im Mülheimer Listenrennen auf Lagalp. War das Potenzial der Stute schon früh zu erkennen?
Rolf Harzheim: Lagalp machte zweijährig schon einen guten Eindruck. Sie kam jedoch immer wieder in die Entwicklung, daher haben wir auf einen Start verzichtet.
GaloppOnline.de: Ihr Sieg in Köln machte viel Eindruck. Was trauen Sie Ihr am Samstag zu, und wie stark sind die Diana-Ambitionen?
Rolf Harzheim: Wir denken schon, dass die Stute gute Chancen haben wird, die gezeigten Formen wurden stets aufgewertet, allerdings wissen wir nicht, wo derzeit die Dreijährigen gegen die Älteren stehen. Die Diana ist auf jeden Fall unser Ziel.
GaloppOnline.de: Kann man Lagalp mit Saldentigerin vergleichen, die 2004 Dritte in der Diana war?
Rolf Harzheim: Nein, man kann die beiden nicht vergleichen. Saldentigerin war ein ganz anderer Typ, zweijährig Zweitplatzierte auf Gruppe-Ebene und zu dieser Zeit bereits eine Kandidatin für die Diana.
GaloppOnline.de: Wer sind für Sie ansonsten die besten dreijährigen Steher-Stuten in diesem Jahr?
Rolf Harzheim: Elle Shadow, Vanjura, Waldjagd.
GaloppOnline.de: Vor einem Jahr platzierte sich Norderney in den 1000 Guineas, auch ihre jüngste Vorstellung im Gerling-Preis war überzeugend. Sie ist sogar für den Dallmayr-Preis genannt. Was sind Ihre Ziele? Weshalb ist sie noch ein Jahr im Rennstall geblieben?
Rolf Harzheim: Norderney hat bisher nichts falsch gemacht. Bevor sie im Frankfurter Stutenpreis zur Gruppesiegerin aufstieg, war sie auf Gruppe III-Ebene Dritte zu Night Magic in Hamburg sowie zu Querari in Frankfurt. Natürlich hoffen wir auf Steigerung dieser Leistungen. Sie ist im Vorjahr nur sechsmal gelaufen. Wir lassen uns mit ihr alle Startoptionen offen.
GaloppOnline.de: Wohin führt der Weg von Mombasa und Zirkel, die beide gerade erfolgreich waren?
Rolf Harzheim: Beide werden auf der kleinen Route weitermachen. Mombasa wird vermutlich Startoptionen in den Auktionsrennen wahrnehmen. Zirkel hat für seinen Sieg eine recht anspruchsvolle Handicapmarke erhalten, wir haben noch keine besonderen Ziele mit ihm.
GaloppOnline.de: Bei den Zweijährigen wurden Salut und Zapatero für tragende Prüfungen genannt. Können Sie die Hoffnungen mit diesen Pferden kurz umreißen?
Rolf Harzheim: Beide waren auf der Auktion in Baden-Baden, fanden jedoch keinen Käufer. Insbesondere von Salut erwarten wir etwas, er könnte durchaus bereits dieses Jahr an den Ablauf kommen. Zapatero macht bisher auch gut mit und kommt ebenfalls als Starter für die Auktionsrennen in Betracht.
GaloppOnline.de: Seit vielen Jahren ist Peter Schiergen der Trainer Ihres Vertrauens. Was zeichnet ihn aus? Wie groß ist der Pferdebestand aktuell?
Rolf Harzheim: Wir sind seit Jahren gut befreundet, schon seit der Zeit als Peter Jockey war. Er hat großen Pferdesachverstand, bereitet die Pferde sehr gut vor und hat außerordentlichen Erfolg. Ich schätze seine ruhige Art. Zur Zeit sind 7 Pferde bei ihm in Training.
GaloppOnline.de: Auf welche Zucht-Produkte sind Sie in diesem Jahr besonders gespannt?
Rolf Harzheim: Besonders gespannt bin ich auf Norderney, Lagalp und Salut. Auf alle anderen natürlich auch.
GaloppOnline.de: Was ist eigentlich aus der Klassestute Saldentigerin und den Gruppesiegern Zarewitsch sowie Zöllner geworden?
Rolf Harzheim: Saldentigerin gehört zu unserem Stutenbestand. Saldentigerins Erstling ist die von High Chaparral stammende Sahara. Sie konnte verletzungsbedingt leider nicht laufen und hat dieses Jahr Zamindar als ersten Partner besucht. Auf dem Zweijährigen Salut ruhen wie gesagt einige Hoffnungen, die ebenfalls von Lomitas stammende Salomina ist eine tolle Jährlingsstute. Von Doyen hat Saldentigerin ein Hengstfohlen und Shirocco ist ihr jetziger Partner. Zarewitsch und Zöllner wurden seinerzeit als Deckhengste verkauft, wobei Zöllner überwiegend in der Warmblutzucht tätig ist.
GaloppOnline.de: Wie steht es um die Gesundheit Ihres Vaters?
Rolf Harzheim: Meinem Vater geht es deutlich besser, er möchte spätestens zur Diana wieder auf die Rennbahn kommen.
GaloppOnline.de: Sind Ihre Kinder bereits richtig vom Turf-Bazillus infiziert?
Rolf Harzheim: Unbedingt. Sie reiten zwar nicht selbst, aber interessieren sich sehr für die Starter und auch die Zucht. Infiziert und erfolgsverwöhnt wurden sie vor allem durch unseren großartigen Wiesenpfad.
GaloppOnline.de: Bleibt neben dem Hauptberuf im Familienunternehmen Harzheim eigentlich genug Zeit für den Rennsport als Hobby?
Rolf Harzheim: Nein, aber ich versuche, sie mir zu nehmen. Mein Herz hängt, seit ich denken kann, am Rennsport.
GaloppOnline.de: Haben Sie bei German Racing investiert? Wie sehen Sie die Zukunftsperspektiven des deutschen Turfs?
Rolf Harzheim: Selbstverständlich und mit voller Überzeugung habe ich mit meiner Frau und meinen Kindern in die Zukunft unseres Sports investiert! Viele sehr engagierte Menschen haben das Projekt angetrieben, auf den richtigen Weg gebracht und unserem Sport, damit erst wieder eine Zukunftsperspektive gegeben.
Wir müssen daran arbeiten, neue Besucher, Wetter, Besitzer, Medien und Sponsoren mit dem Turf-Virus zu infizieren und dauerhaft wieder eine breitere Basis anzusprechen und vor allem zu halten. Die Menschen müssen nicht nur kommen, sie müssen vor allem wiederkommen.










