GaloppOnline.de: Geht mit dem Arc-Start von Saddex ein Traum in Erfüllung?
Richard Klauß (Besitzer von Saddex): Es ist kein Traum, sondern ein Märchen. Davon kann man gar nicht träumen. Unsere ganze Familie ist zwar schon seit über zwanzig Jahren dem Rennsport verbunden und hat den Turf schon immer eingehend studiert, aber so richtig sind wir ja erst 2004 eingestiegen. Saddex war ein absoluter Glücksgriff, er ist unser erstes Pferd.
GaloppOnline.de: Mit welchen Erwartungen gehen Sie in das Rennen?
Richard Klauß: Wir sind voller Freude über das Ereignis als solches. Von unserer Hausbank waren wir schon einige Male zum Arc eingeladen, haben den Tag bereits fünfmal live erlebt. Aber dass wir selbst einen Starter haben, hätten wir uns nicht vorstellen können.
GaloppOnline.de: Wie kamen Sie an Saddex?
Richard Klauß: 2004 haben wir beim Arc-Wochenende den Tierarzt Dr. Goordin kennengelernt, dessen Sohn in Pau als Trainer arbeitet. Er hat uns in den Stallungen herumgeführt und festgestellt, wie groß unser Interesse am Sport ist. Er hat uns gefragt, ob wir bei der Auktion in Deauville mitsteigern wollten. Er hat uns den Katalog geschickt. Meine Familie hatte sich das Pferd vom Pedigree her ausgesucht.
Wir hatten Peter Rau bereits als Trainer ausgewählt. Auch ohne Pferde wussten wir also bereits den Trainer. Wir haben ihm unsere Auswahl an Pferden geschickt, über Gregor Baum wurde Jean-Pierre Deroubaix eingeschaltet. Er hat die in Frage kommenden Pferde vom Tierarzt untersuchen lassen. Zwei sind übriggeblieben, ein Pferd von Dansili und eben Saddex.
GaloppOnline.de:Wie sieht Ihr Paris-Wochenende aus?
Richard Klauß: Von France Galop haben wir eine Email bekommen, in der wir gefragt wurden, mit wievielen Leuten wir kommen. Das ist alles super organisiert. Wir sind mit der gesamten Familie zehn Leute und auf zwei Hotels verteilt. Peter Rau und seine Ehefrau, Torsten Mundry und seine Lebensgefährtin kommen mit. Wir werden vom Fahrdienst abgeholt.
Wir können uns den ganzen Tag in der Besitzer-Loge aufhalten. Das wird schon ein Erlebnis, wie auch beim Erfolg von Saddex in Chantilly. Die Dame, die uns damals betreut hat, hat mich vor ein paar Tagen wieder angerufen. Wir fliegen am Freitag hin, haben die Raus eingeladen und machen am Samstag zusammen eine Stadtrundfahrt. Herr Rau möchte gerne in den Louvre. Wir werden am Samstag zusammen essen.
GaloppOnline.de: Sind Sie abergläubig?
Richard Klauß: Eigentlich nicht, aber in der Familie und im Umfeld sind alle total nervös. Am schlimmsten ist es bei meinem Schwiegersohn. Ich glaube, dass er vor Aufregung erst einmal eine Toilette auf der Rennbahn aufsucht. Offizielle Besitzerin des Stalles Avena ist unsere Tochter, aber finanziell gefüttert wird der Stall von der ganzen Familie.
GaloppOnline.de: Woher kommt der Name Saddex?
Richard Klauß: Das ist eine Mischung aus Sadler´s Wells und unserem Heimatort Dexheim. Das liegt 15 Kilometer südlich von Mainz, liegt in Rheinhessen. Hier weiß niemand, dass wir Pferde haben. Wir haben alle möglichen Namen probiert. Herr Rau sagte, Saddex würde schnell klingen.
GaloppOnline.de: Womit verdienen Sie Geld?
Richard Klauß: Ich betreibe mit meinen Söhnen Vermögensverwaltungen in Dexheim und der Schweiz.
GaloppOnline.de: Wie sind Sie überhaupt zum Rennsport gekommen?
Richard Klauß: Vor über zwanzig Jahren habe ich mit den Kindern einen Ausflug in der Pfalz gemacht. Wir haben ein Schild gesehen, auf dem stand, dass in Herxheim Rennen seien. Da sind wir statt Pilze zu suchen zur Rennbahn gefahren. Die ganze Familie war sofort vom Turf infiziert.
GaloppOnline.de: Was erwarten Sie für Sonntag?
Richard Klauß: Wir haben Herrn Rau als jemanden kennengelernt, der gerne ein wenig untertreibt. Wenn er sagt, dass Platz fünf oder sechs realistisch ist, dann kann man die Hoffnung haben, dass noch mehr möglich ist. Wenn er unter den ersten Fünf landet, wäre es super. Dieses Jahr hat sich Saddex enorm verbessert, immer wieder Top-Leistungen gezeigt. Schon im Frühjahr hat Herr Rau betont, dass er gerne mit einem ausgeruhten Pferd in den Arc gehen würde.
Zuletzt war er nach zwei Monaten Pause sehr gut drauf. Von seinem Wohlbefinden haben wir uns in dieser Woche noch überzeugt. Wir sind auf alles gefasst, im Positiven wie im Negativen.












