Bereits gestern hatten wir berichtet, dass der von Dietrich von Boettichers Gestüt Ammerland gezogene Hurricane Run auf Grund schwerwiegender Komplikationen während einer geplanten Routine-Operation am Mittwochmorgen leider aufgeben werden musste. Damit verlor der deutsche Galopprennsport einen seiner ganz großen Turfhelden. Der Montjeu-Sohn war zu Rennzeiten World Champion Racehorse und vierfacher internationaler Gruppe I-Sieger mit Erfolgen im Prix de l’Arc de Triomphe, Irish Derby, Tattersalls Gold Cup und den King George VI & Queen Elizabeth Stakes. Er war eines von nur neun Pferden, die den Arc und die King George gewonnen haben.
Am Donnerstagnachmittag haben wir mit Dietrich von Boetticher sprechen können. Er war noch spürbar geschockt vom Verlust seines besten Pferdes, das er je gezüchtet hat. „Im Grunde war es eine Routineoperation, aber sie war auch nicht ohne Risiko. An beiden Augen musste am Glaskörper operiert werden und schließlich bekam ich die Nachricht, dass Hurricane Run, wenn er aus der Narkose erwachen werde, auf beiden Augen vollkommen blind sein würde. Das wollte ich dem Hengst ersparen, es hätte für ihn nur noch ein Leben als Samenspender gegeben und das, wofür er geboren wurde, nämlich galoppieren, hätte es für ihn nie mehr gegeben. Es wäre für Hurricane Run ein unwürdiges Leben gewesen.“
„Nun sind wir auf dem Ammerland wieder gefragt und müssen einen neuen Hurricane Run züchten“, so Dietrich von Boetticher nach dem Ableben seines großen Hengstes, der nach seiner so fantastischen Rennlaufbahn auch als Deckengst in den Gestüten Coolmore und Ammerland sehr erfolgreich war. Auf dem Gestüt Ammerland wird 2017 der Gruppe-I-Sieger Ito debütieren. Auf die Frage, ob es nach dem kurzfristigen Ausfall einen Ersatz für Hurricane Run in Ammerland geben werde, antwortete Dietrich von Boetticher: „Ein Hurricane Run ist nicht zu ersetzen.“ Lesen Sie in der nächsten Sport-Welt: „Erinnerungen an Hurricane Run“. Unter anderem: Warum für Dietrich von Boetticher im Zusammenhang mit seinem Arc-Sieger der schönste auch zugleich sein traurigster Moment war.










