Hoppegarten: Stute Waleria haut das Schiergen-Duo um

Damit hatten nur die wenigsten gerechnet! Nicht der klare 14:10-Favorit Axxos, nicht sein Trainingsgefährte Davidoff, und auch nicht der Schlenderhaner Andorn gewann den Preis der Deutschen Einheit, das Hauptrennen in Hoppegarten, sondern die von Hans-Jürgen Gröschel trainierte, und von Victor Schulepov (mit 49 Jahren Deutschlands ältester Jockey) gerittene Waleria (Foto li.), die einzige Stute im Feld.

Lange sah es nach einem Doppelsieg für den Asterblüte-Stall aus, denn in der Zielgeraden hatten sich Axxos und Davidoff zunächst deutlich vom Feld abgesetzt, das Finish zwischen den beiden Dreijährigen begeisterte die rund 12.000 Zuschauer, die die Hauptstadtbahn in Scharen bevölkerten.

Doch es sollte noch ganz dramatisch werden, denn quasi aus dem Nichts tauchte an der Innenseite plötzlich Victor Schulepov mit der 223:10-Außenseiterin auf. Die Vorjahresdritte bekam förmlich Flügel und passierte den schon auf der Siegerstraße gewähnten Axxos sogar noch leicht und gewann sicher mit einer dreiviertel Länge.

Im letzten Jahr war Waleria in dem von der Königstiger-Schwester Karavel gewonnenen Rennen nicht einmal glücklich gewesen, zog sich als Dritte hinter der Schlenderhanerin und Saddex aber auch damals schon achtbar aus der Affäre.

‚Sie kam sehr frisch aus dem Kölner Rennen, so dass wir uns schon recht früh dafür entschieden haben, in Hoppegarten zu laufen‘, so Trainer Hans-Jürgen Gröschel.

‚Der Vater war ein Hoppegartener, die Mutter gewann hier vier Rennen, deshalb bin ich so richtig in dieses Rennen verliebt. Sie ist ein tolles Rennen gelaufen‘, äußerte sich Besitzerin- und Züchterin Dr.Dr. Christine Otto über die im Gestüt Ebbesloh groß gezogene Stute. Einen Zwischenfall hatte es gleich in der Startphase gegeben, als Jiri Palik aus dem Sattel von Sommersturm musste.

Das Eröffnungsrennen in der Hauptstadt ging an den Zweijährigen Aikos. Der rechte Bruder des Gruppesiegers Apeiron sowie der guten Pferde Aolus (97 Kilo) und Akihito (91 Kilo) legte bei seinem zweiten Start leicht seine Maidenschaft ab und wurde ein neuerlicher Sieger des jüngsten Jahrgangs aus dem Stall von Peter Schiergen.

Der vom Gestüt Karlshof gezogene Hengst könnte die Höny Hof-Farben nun im Auktionsrennen in Baden-Baden vertreten. Im Sattel von Aikos (16:10) saß Andrasch Starke, der seinen Verfolger im Kampf um das Championat, Eduardo Pedroza, auf dem Co-Favoriten Dr Doctor (39:10) aus dem Wöhler-Stall sicher auf den zweiten Platz verdrängte.

Es war ein wirklich toller Renntag mit sensationeller Stimmung auf der Hauptstadtbahn, der einmal mehr Beweis dafür war, dass diese herrliche Anlage bestehen bleiben muss!

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