Anlässlich des Frühjahrs-Meetings in Iffezheim hatte Stall Widukinds Winter Shuffle wieder einmal bewiesen, wie stark er über die 1200-Meter-Strecke ist und mit Shivas und Wonderful Life zwei Pferde hinter sich gelassen, die im Mittelpunkt des Rahmenprogramms, dem Ausgleich II, Revanche nehmen wollten. Es sollte damit nichts werden, denn erneut erwies sich der Big Shuffle-Sohn als zu stark, nicht nur für sie, sondern für die gesamte Konkurrenz (Video ansehen).
Es zeigte sich einmal mehr, dass die 1200 Meter gerade die richtige Distanz für ihn sind, denn am vergangenen Sonntag war er über einen 200 Meter weiteren Weg angetreten und als Fünfter leer ausgegangen. Als stärkster Gegner erwies sich Giant Step, der Zweiter vor der zügig endenden Irika und Jasmin blanche wurde. Smarten Die und Neptun wurden in der Anfangsphase reiterlos, was der Prüfung doch einiges an Spannung nahm.
Auslöser war offenbar Giant Step unter Jozef Bojko, worauf nach einer Störung Neptun und danach Smarten Die zu Fall kamen. Während Marvin Suerland schnell wieder fit war, wurde Manuela Murke in der Klinik eingehender untersucht.
Das sind die schönsten Siege wird sich der Hattinger Jobst Overbeck nach dem ersten Erfolg der von ihm gezogenen Shaina gedacht haben, zeichnet er doch nicht nur als Züchter, sondern auch als Besitzer und Trainer für die vierjährige Stute verantwortlich, die das einleitende Rennen unter Manuela Murke von der Spitze aus gewann.
Selbst eine Überprüfung des Rennverlaufs durch Rennleitung überstand die Stute, die im Einlauf in die Spur der nachsetzenden Princesse Rolex tendiert war, die als knapp geschlagene Dritte hinter der gut endenden Beeke ins Ziel kam. Dass die Stute lediglich 45:10 am Toto zahlte, musste angesichts der bislang gezeigten Formen doch etwas überraschen.
Lange Gesichter gab es beim Anhang des favorisierten Air Dream, der im Rennen der dreijährigen Steher nach unglücklichem Rennverlauf lediglich Fünfter wurde. Freude dagegen bei Christian Sprengel, der in seinem ersten Trainerjahr in Hannover schon einmal einen Sieger für den Gestüt Brümmerhof sattelte, dann etliche Jahre warten musste, ehe ihm dies erneut vergönnt war.
In diesem Fall war es die von Eddie Pedroza gerittene Hard Candy, die den Endkampf gegen Astronom mit einer halben Länge Vorteil entschied und damit ihre Nachnennung für die heute Aufgabe rechtfertigte.
Eine ganz klare und somit erwartete Angelegenheit wurde der Sieg des favorisierten Adrenalin Rush, der im Ziel sieben Längen Vorsprung aufwies. Im Sattel saß diesmal nicht wie sonst Birgit Lenz, die Besitzerin und Trainer, sondern Jockey Alex Pietsch, der mit jetzt drei Siegen ein ausgezeichnetes Derby-Meeting absolviert und die gebotene Chance konsequent nutzte.
Als Talent auf der Hürdenbahn hatte sich der von Andrea Bertram trainierte Possiamo bereits bei seinem Debüt im Mai auf der Hannoveraner Bahn vorgestellt, als er den vierten Platz erreichte. Dass der Lord of Men-Sohn aus der Zucht von Horst Wittfeld, einem langjährigen Förderer des Sports über die Hindernisse, aber bereits beim zweiten Auftritt als Sieger zurückkommen würde, hatte man nun doch nicht erwartet. So galt er auch nur als Außenseiter (231:10), um am Ende gegen
den hoch gehandelten Nuevo Leon, der am vergangenen Samstag hier noch gewonnen hatte, die Oberhand zu behalten, wobei sich Jockey Paul Johnson für sein Finish auf Possiamo ein Kompliment verdiente. Hein Bollow, über vierzig Jahre ein enger Freund von Walter Heitmann, 1953 mit Permit Sieger im Prix d’ Amerique, dem wichtigsten Trabrennen der Welt und Namensgeber der Prüfung, überreichte die Ehrenpreise.











