Ertönt die englische, deutsche oder gar die schwedische Hymne nach dem Hannoveraner Grand Prix-Rennen am Sonntag? Der Große Preis vom Audi-Zentrum Hannover – Gruppe II, dotiert mit 70.000 Euro und über die Meile führend, kann internationaler in seiner aktuellen Ausgabe nicht sein und dies ausgerechnet am facettenreichen Ascot-Renntag.
Denn nicht weniger als drei Gastpferde aus dem Ausland, zwei aus England mit Worthadd und Sandagiyr sowie ein schwedischer Teilnehmer mit Energia Dust, fordern die einheimische Meilenelite heraus.
Wenn Sir Mark Prescott, Jahrgang 1948, seit 42 Jahren Trainer von Galopprennpferden, mit einem vierbeinigen Kandidaten aus Newmarket anreist, ist jedenfalls Vorsicht geboten. Worthadd, ein fünfjähriger Dubawi-Sohn, der 2010 zum italienischen Derbysieger avancierte, gab bereits während des diesjährigen Badener Frühjahrsmeetings vor deutschem Publikum eine Kostprobe seines Könnens und gewann dort die Badener Meile in überlegener Manier vor Neatico, Sir Oscar und Gereon.
Diese einheimischen Pferde zählen auch dieses Mal wieder zu Worthadds Kontrahenten. Mit seinem GAG von 100 Kilo wird der erfahrene Globetrotter wohl als einer der Favoriten in diese ex Meilen-Trophy gehen, die im vergangenen Jahr noch am Düsseldorfer Grafenberg von Alianthus vor Emerald Commander gewonnen wurde.
Auch wenn der zuletzt während Royal Ascot in den Queen Anne Stakes chancenlos agierende Worthadd als Letzter in diesem vom weltbesten Galopper Frankel gewonnen Gruppe I-Rennen unter Frankie Dettori ins Ziel kam, muss man ihn unter seinem heutigen Reiter Jean Bernard Eyquem als einen der Favoriten bezeichnen.
Ein zweiter nicht minder chancenreicher ausländischer Gast kommt mit dem Godolphin-Vertreter Sandagiyr (Trainer Saeed bin Suroor) an den Start, auch wenn die Pause seit dessen Dubai-Kampagne, der Dr Fong-Sohn gewann bei seinem dortigen Saison-Debüt ein Gruppe III-Rennen über die Meile, nicht zu übersehen ist. Der junge wie aufstrebende Silvestre De Sousa saß damals und sitzt heute im Sattel des vierjährigen Suroor-Schützlings.
Aber die deutschen Vertreter brauchen sich gegen die englischen Pferde keinesfalls zu verstecken. So wie zum Beispiel Empire Storm aus dem Champion-Quartier von Andreas Wöhler. Mit der Taktik des Gehens lief er zuletzt als Überraschungssieger völlig unbeeindruckt. Danach wird man ihn wieder unter Jozef Bojko auf der Rechnung haben müssen, ebenso wie Amarillo.
Mit einem Gewichtsvorteil von nicht zu unterschätzenden vier Kilos kommt der Holy Roman Emperor-Sohn aus dem Kölner Asterblüte-Quartier von Peter Schiergen an den Ablauf. Der einzige Dreijährige im Feld weiß Filip Minarik im Sattel und rückt als Runner up zu Gruppe III-Sieger Empire Storm in die Startboxen ein.
Der Stall Nizza-Vertreter zeigte seine sportlich wertvollste Leistung zuvor in den German 2000 Guineas, als er gegen den Engländer Caspar Netscher eine bärenstarke Vorstellung ablieferte.
Nicht zu unterschätzen gilt es aber auch Neatico. Der Ittlinger Medicean-Sohn, der unter Trainersohn Dennis antreten wird, läuft stets in dieser Klasse in die Gelder und musste sich zuletzt nur Worthadd in der Badener Meile geschlagen geben.
Auch Sir Oscar macht da keine Ausnahme, läuft treu in die Gelder, was dem Potters-Schützling auch dieses Mal wieder zuzutrauen ist. Auch wenn sich Christian Zschaches Gereon zuletzt in der Listenklasse von besserer Seite zeigte, muss der Next Desert-Sohn, will er hier mitmischen, noch eine Schippe drauflegen.
Trainer Miltcho Mintchevs Ganimed landete schon deutlich hinter Empire Storm und zählt nicht zuletzt deshalb ebenso wie der schwedische Gast Energia Dust zu den Außenseitern. Alles in allem eine stark besetzte Gruppe III-Prüfung mit höchst interessanten Alternativen für die Wetter.











